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Bad Eilsen Seepferdchen und Swim-Stars
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Seepferdchen und Swim-Stars
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10:41 22.06.2018
In der Schwimmschule von Marcus Reineke lernen Flüchtlingskinder in speziellen Kursen das Schwimmen. Quelle: wk
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Bad Eilsen

Bei den sieben Teilnehmern handelt es sich um Jungen und Mädchen, die mit ihren Eltern als Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan nach Deutschland gekommen sind. Es ist bereits der zweite Schwimmkurs bei Reineke, der für Flüchtlingskinder ausgerichtet wurde.

Die Idee, solche „Schwimmkurse zur Integration der Flüchtlingskinder“ anzubieten, hat das Netzwerk „Obernkirchen hilft“ gehabt. Den Anstoß dazu hatten unter anderem Presseberichte über eine zunehmende „Schwimmmüdigkeit in Deutschland gegeben, in denen auch über ertrunkene Asylbewerber berichtet worden war“, sagt Kornelia Kresse, die das Projekt betreut. Die für den Besuch der Schwimmkurse benötigte Badebekleidung besorgten die Flüchtlingshelfer in einer „Kleiderkammer“ für bedürftige Menschen. Zudem kauften sie für die muslimischen Mädchen zusätzlich einige den Körper mehr bedeckende Neoprenanzüge sowie Schwimmanzüge mit kurzem Arm und Bein. Mitunter musste bei den muslimischen Eltern auch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit die Mädchen bei dem Kurs mitmachen dürfen, wobei es kurz vor Kursbeginn dennoch einige „plötzliche Absagen“ gab.

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Viermal das Seepferdchen geschafft

Finanziert werden die neun Unterrichtseinheiten, die einmal wöchentlich über 45 Minuten laufen (Teilnahmegebühr 100 Euro pro Kind), nach Auskunft von Reineke zur Hälfte durch den Landessportbund Niedersachsen. Beantragt wird diese Förderung durch den Rintelner Verein „Aquafit und Gesund“, mit dem er eine Kooperation pflegt. Zudem beteiligen sich die Eltern der Flüchtlingskinder mit einem Betrag in Höhe von 20 Euro an der Kursgebühr. Der Rest wird durch Spenden und einen Zuschuss des Landkreises Schaumburg gedeckt. Die Beförderung der Kinder von der Schule zum Schwimmunterricht nach Bad Eilsen und danach wieder zurück zu deren Eltern übernehmen Kresse und andere ehrenamtliche Flüchtlingshelfer des Netzwerkes „Obernkirchen hilft“ mit ihren privaten Autos.

„Es sind immer alle Kinder da, das habe ich bei anderen Kursen nicht in dem Maße“, resümiert Reineke. „Und Spaß haben die auf jeden Fall.“ Eine Erschwernis sei aber, dass die Kinder oft noch keine Erfahrung in Sachen Schwimmbadbesuch mitbringen.

Laut Reineke haben vier Kinder die Prüfung zum Erhalt des „Seepferdchens“ geschafft. Bei dieser Prüfung mussten die Teilnehmer einen Sprung vom Beckenrand absolvieren, 25 Meter schwimmen und aus schultertiefem Wasser einen Gegenstand heraufholen. Die drei anderen Kinder haben das unterhalb des „Seepferdchens“ rangierende „Swim-Stars“-Abzeichen in „Türkis“ erlangt. wk