Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bad Eilsen So war der Entdeckertag in Bad Eilsen
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen So war der Entdeckertag in Bad Eilsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:51 09.09.2019
Die Gästeführerin informiert über die beiden auf einer Schautafel abgebildeten Augenärzte Dr. Maximilian Graf Wiser und Dr. Friedrich von Tippelskirch. Quelle: wk
Bad Eilsen

Zudem trat eine Kindertrachtengruppe aus Meinsen-Warber auf, und eine Foto-Rallye für Kinder gab es ebenfalls. „Die Resonanz ist sehr gut“, berichtete Bürgermeisterin Christel Bergmann. Auf mehrere Hundert Teilnehmer schätzte sie die Anzahl der Besucher. Ein großer Teil davon war ihr zufolge mit den im Halbstunden-Takt zwischen dem Bückeburger Bahnhof und dem Kurort pendelnden Shuttle-Bussen angereist. Erfreut zeigte sie sich auch darüber, dass sich etliche Leute positiv über die aus ihrer Sicht gute Organisation der Veranstaltung geäußert hätten.

Tatsächlich war das Programm so geplant, dass die Besucher, sofern diese ausreichend Zeit mitgebracht hatten, an vielen der angebotenen Rundgänge teilnehmen und auch den anderen Darbietungen beiwohnen konnten. Denn sowohl die Führung auf den Spuren zweier weltbekannter Augenärzte Bad Eilsens als auch die historischen und botanischen Führungen durch den Kurpark sowie die Besichtigung des nahe gelegenen Ahnser Harrlstollens wurden jeweils mehrfach offeriert. Die Besucher konnten sich daher ein individuelles Tagesprogramm zusammenstellen, bei dem es kaum Überschneidungen gab.

Könige und Maharadschas im Weltbad

Apropos Rundgänge: Von der Gästeführerin Wilma Kolbe war etwa zu erfahren, dass in Bad Eilsen früher zwei überaus renommierte Augenärzte – Dr. Maximilian Graf Wiser und Dr. Friedrich von Tippelskirch – tätig gewesen waren. Dabei sei Wiser, der zuvor unter anderem in Monaco, London, Paris und St. Petersburg praktiziert habe, sogar weltberühmt gewesen. Und dass diese beiden Ärzte dann von 1928 an für mehr als zehn Jahre in Bad Eilsen tätig gewesen seien, das habe den bis dahin eher einfachen Kurort zu einem „Weltbad“ gemacht. Könige und Maharadschas aus dem Orient hätten sich hier wegen ihrer Augenleiden behandeln lassen. Und 1934 habe in Bad Eilsen sogar die Weltwirtschaftskonferenz getagt.

Auf Interesse stießen nicht zuletzt die Gästeführungen von Bertram Meyer, Leiter des für die Pflege des Kurparks zuständigen Bad Eilser Bauhofes. Er stellte seinen Zuhörern die botanische Vielfalt des Kurparks vor. So zeigte er beispielsweise einen aus Persien stammenden großen Eisenholzbaum, dessen Name nicht von ungefähr kommt: Das spezifische Gewicht dessen Holzes sei so hoch, dass das Holz dieser Baumart im Wasser untergehe, erklärte der Fachmann.

Von Michael Werk