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Bad Eilsen Straßenbau am Golfplatz verzögert sich weiter
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Straßenbau am Golfplatz verzögert sich weiter
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22:09 10.07.2019
Der Straßenausbau im Golfplatzviertel, hier die Heinrich-Heine-Straße, verzögert sich erneut. Start soll nun im August sein. Quelle: Karsten Klaus
Bad Eilsen/Luhden

Der Endausbau der provisorischen Straßen im Baugebiet am Rande des Golfplatzes verzögert sich wieder einmal. Gemeindedirektorin Svenja Edler berichtete dem Rat Bad Eilsen, dass nach ihrem Kenntnisstand nun erst Mitte August mit Beginn der Arbeiten zu rechnen sei. Damit erntete sie bei Ratsmitgliedern und Zuhörern unverständiges Kopfschütteln – verzögert sich das Projekt doch schon seit Jahren. Dafür verantwortlich sind jedoch weder die Gemeinden Bad Eilsen oder Luhden, sondern der private Projektträger.

Im Gemeinderat ging es jedoch vorrangig darum, die Erschließungspläne, die im Mai ausführlich vorgestellt worden waren (wir berichteten), endgültig abzusegnen. Dabei gab es noch zwei „Juckepunkte“, die aber beseitigt werden konnten. Zum einem wurde eine Lösung für die Anlage eines Behindertenparkplatzes an der Käthe-Kollwitz-Straße gefunden, zum anderen ging es um Fragen der Verkehrsberuhigung an der Heinrich-Heine-Straße.

Die Ausbauplanung an der Kollwitz-Straße kann so modifiziert werden, dass der von Anliegern beantragte Behindertenparkplatz eingerichtet werden kann. Dafür wird die Fahrbahnbreite in diesem Bereich von vier Metern auf 3,50 Meter verringert. Damit seien auch die Antragsteller einverstanden, so Edler. Diese hatten gedroht, notfalls gegen das Bauprojekt zu klagen.

Nach Vorstellung der Detailpläne für den Straßenausbau hatten die Eheleute Wehr aus der Heinrich-Heine-Straße beantragt, die Straße verkehrsberuhigt auszubauen. Ulrich Wehr begründete dies damit, dass inzwischen Familien mit Kindern im Viertel wohnten, deren Sicherheit bedacht werden müsse. Wehr betonte, dass er für fast alle Nachbarn spreche, die diesen Wunsch unterstützten. Er ist der Meinung, dass die Zusatzkosten dafür vom Investor getragen werden müssten – schließlich habe der den Endausbau seit 2005 immer wieder hinausgezögert. Das belaste aufgrund der allgemeinen Teuerung auch die Anlieger, die ja auch ihren Beitrag zu leisten hätten.

Vor der Ratssitzung hatte bereits der Verwaltungsausschuss diesen Antrag abgelehnt, der Rat schloss sich an. Ein verkehrsberuhigter Ausbau sei nie geplant gewesen, wohl aber die Ausweisung von Tempo 30 im Gespräch gewesen. Umfangreiche Planänderungen erforderten eine Änderung des Bebauungsplanes, das koste noch mehr Zeit. Außerdem müsste die Gemeinde Luhden, auf deren Gebiet der Hauptteil des bisher nicht sehr gut angenommenen Baugebietes liegt, mit ins Boot geholt werden. Dort jedoch war die Ausbauplanung gerade erst ohne Diskussion über verkehrsberuhigende Maßnahmen abgesegnet worden.

In den Eilsener Beschluss wurde nun ausdrücklich aufgenommen, dass nach Fertigstellung des Straßenausbaus Tempo 30 beantragt werden soll. Damit konnte auch Ulrich Wehr leben, nachdem noch die kleine Formulierung „nach Bedarf“ aus dem Beschlussvorschlag gestrichen worden war. Schließlich sei nach Ansicht der Anwohner der Bedarf in jedem Fall gegeben.

Langsames Internet

Wehr wies noch auf ein weiteres Problem hin. Die Internetgeschwindigkeit im Golfplatzviertel sei alles andere als zeitgemäß. Damit die neuen Straßen nicht bald schon wieder aufgerissen werden müssten, sollten gleich entsprechende Kabel mit verlegt werden. Diesem Einwand will die Gemeinde noch nachgehen.

Auf Unverständnis stießen die erneuten Bauverzögerungen. Ursprünglich sollte nach Pfingsten begonnen werden, nun im August. Begründung: Die Baufirma habe zu viel zu tun, die Aufträge seien zu spät erteilt worden. Aus dem Weg geräumt scheinen zumindest bautechnische Hindernisse: Sowohl die Kanäle als auch die Tragschicht waren noch einmal auf Ausbautauglichkeit untersucht worden. Bis auf kleine Bereiche sind diese intakt.

Ein Dorn im Auge sind der Straßenausbau und die allgemeine Bautätigkeit im Golfplatzviertel nach wie vor Bewohnern der Feldstraße. Diese fühlen sich durch schwere Baufahrzeuge belästigt, die zumeist Luhdener Gebiet ansteuerten, aber Bad Eilsenern das Leben schwer machten.

Von Karsten Klaus