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Bad Eilsen Über 4000 Euro für Nazar aus Weißrussland gespendet
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Über 4000 Euro für Nazar aus Weißrussland gespendet
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19:00 06.08.2019
Schon bei der in Rinteln bei der Seats GmbH erfolgten Abnahme der Form für seine Rollstuhl-Sitzschale ist der zehnjährige Nazar Bobre guter Dinge. Mit auf dem Bild: Seats-Werkstattleiter Malte Beckamp (rechts), Nazars Mutter und Seats-Mitarbeiter Waldemar Neumann. Quelle: wk
Bad Eilsen

Ende Juni hatte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Eilsen zum Spenden aufgerufen. Auch eine rund 335 Euro schwere zweckgebundene Kollekte, die bei einem Gottesdienst gesammelt wurde, kam hinzu.

Zu erfahren ist das von Manfred Schramke, einem der ehrenamtlichen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft. Abgesehen von jener Kollekte hatten demnach insgesamt 42 Menschen Geld auf das Spendenkonto überwiesen oder bar darauf eingezahlt. Die einzelnen Beträge lagen zwischen zehn und 500 Euro.

Mehr Geld als nötig

„Das ist mehr, als die Sitzschale gekostet hat“, kommentiert Schramke die Spendensumme. Zur Erinnerung: Mit knapp 1930 Euro ist die individuelle Sitzschale zu Buche geschlagen, die die in Rinteln ansässige Seats GmbH für den zehnjährigen Nazar Bobre aus Gomel angefertigt hat – zu einem stark rabattierten Preis.

Die überschüssigen Geldspenden wird die Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ laut Schramke auf dem Spendenkonto belassen, um damit Anpassungen der Sitzschale finanzieren zu können, die durch Nazars Wachstum in ein paar Jahren erforderlich sein werden.

„Er liebt seinen Sitz“

Dass das Geld so schnell zusammenkommen würde, habe man nicht erwartet, sagt Bianca Meier-Heimstädt, die sich ebenfalls in dieser Arbeitsgemeinschaft der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Eilsen engagiert. Mehr noch: Nazar sei „absolut glücklich“ mit der Sitzschale. „Er liebt seinen Sitz.“ Auch, weil sich die Sitzschale über den eigentlichen Bestimmungszweck hinaus beispielsweise auch auf Stühlen in der Wohnung montieren lasse, sodass er nun mit seinen Eltern zusammen am Tisch sitzen könne.

Für die Zukunft steht nach Information von Meier-Heimstädt noch die Überlegung im Raum, Nazar in Deutschland an der Wirbelsäule operieren zu lassen, um seine Sitzfähigkeit zu erhalten. Vorgeschlagen worden ist dies ihr zufolge von einem bereits vor einiger Zeit konsultierten Mediziner des Krankenhauses Annastift in Hannover. Solch eine Operation sei nach Meinung des Arztes an sich unproblematisch, allerdings müssten die anfallenden Kosten von rund 20000 Euro irgendwie gedeckt werden. Denkbar sei etwa eine Finanzierung durch Stiftungen, Wohltätigkeitsfonds oder auch Geldspenden. „Aber das steht derzeit alles noch in den Sternen“, betont Meier-Heimstädt.

Von Michael Werk