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Bad Eilsen Viel Potenzial für Renaturierungen
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Viel Potenzial für Renaturierungen
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23:26 11.05.2019
Bei der Exkursion diskutieren das Nabu-Mitglied Heinz-Hardy Hoffmann (von links), der Landschaftsökologe Christian Höppner und der Heeßer Bürgermeister Harald Bokeloh über den derzeitigen Zustand der Bückeburger Aue. Quelle: wk
Eilsen

Im Fokus stehen dabei sowohl der Arten- als auch der Hochwasserschutz. Um dazu Ideen zu sammeln, hat die Gruppe zu einer Exkursion eingeladen, bei der der Gewässerabschnitt zwischen Buchholz und Bad Eilsen in Augenschein genommen wurde. Außer einigen Mitgliedern und dem Heeßer Bürgermeister Harald Bokeloh nahm an der Veranstaltung auch Christian Höppner, Landschaftsökologe beim Nabu-Landesverband Niedersachsen, teil, der fachkundigen Rat beisteuerte.

Fündig geworden sind die Naturschützer im Bereich des Aue-Teilstücks nahe der in Heeßen gelegenen Grundschule. Dort habe sich früher offenbar mal ein kleiner Seitenarm des Fließgewässers und eine durch diesen gebildete „Insel“ befunden, berichtete Heinz-Hardy Hoffmann, Nabu-Mitstreiter und Ratsherr (Grüne) im Eilser Samtgemeinderat. Beides könne man heute noch erkennen. Deren ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, wäre „ohne großen Aufwand“ machbar, ergänzt er. Dazu müsste der mittlerweile mit angeschwemmtem Bodenmaterial zugesetzte und in der Folge stark zugewachsene Seitenarm Höppner zufolge lediglich mit einem Bagger ausgekoffert werden. Zwei bis drei Tage Arbeit wären dafür einzuplanen.

Profitieren würden von dieser Maßnahme dann Amphibien wie die Gelbbauchunke, der Grasfrosch, die Erdkröte und die an der Bückeburger Aue vorkommenden Molcharten. Ferner könnte in den ruhigen Bereichen des Seitenarmes Fischbrut gute Bedingungen vorfinden. Denkbar sei überdies, dort eine Steilwand zu schaffen, in der Eisvögel Niströhren graben könnten, um darin zu brüten.

Mit Eigentümern klären

Insgesamt sieht Höppner nach der Besichtigung der Bückeburger Aue „viel Potenzial“ für weitere Renaturierungsmaßnahmen. Bevor diesbezüglich jedoch näher ins Detail gegangen werde, sollte seiner Meinung nach zunächst geklärt werden, ob bei den jeweiligen Eigentümern der ufernahen Grünflächen überhaupt die Bereitschaft bestehe, dass die Flächen im Sinne des Arten- und Hochwasserschutzes aufgewertet werden.

An dem Aue-Teilstück zwischen Buchholz und Heeßen beispielsweise könnte sich der Landschaftsökologe unter anderem die Anlage von sogenannten Flutmulden vorstellen. Hierbei handelt es sich um mittels Bagger auf den Ufergrundstücken geschaffene Senken, die bei Hochwasserlagen volllaufen. Sinkt der Wasserspiegel in dem Fließgewässer dann wieder auf das normale Niveau, bleibt das Wasser in den Flutmulden indes noch eine gewisse Zeit lang stehen.

Apropos Hochwasserschutz: Würde man zum Beispiel eine 1000 Quadratmeter große Grünfläche einen Meter tief ausbaggern, könnte solch eine Senke eine Million Liter Wasser aufnehmen, verdeutlicht Höppner die Dimension.

Was es als Voraussetzung für die Umsetzung etwaiger Renaturierungsmaßnahmen ebenfalls braucht, ist laut Hoffman ein entsprechender Beschluss vonseiten der lokalen Politik. „Dieser Weg muss erst einmal beschritten werden“, betont er. Wenn gewünscht, könne Höppner auch beratend tätig werden und prüfen, welche finanziellen Fördermöglichkeiten für solche Vorhaben in Anspruch genommen werden können.

Von Michael Werk