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Bad Eilsen Wenn Parken in der Kurstadt zum Problem wird
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Wenn Parken in der Kurstadt zum Problem wird
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12:34 11.03.2018
In dem Wohngebiet gegenüber dem zum Rehazentrum Bad Eilsen gehörenden „Brunnenhof“ (hinten) sind zahlreiche Autos geparkt. Auch um diese Parkflächen tobt derzeit ein Streit.
In dem Wohngebiet gegenüber dem zum Rehazentrum Bad Eilsen gehörenden „Brunnenhof“ (hinten) sind zahlreiche Autos geparkt. Auch um diese Parkflächen tobt derzeit ein Streit. Quelle: wk
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So erklärt Bergmann weiter: „Die Finanzschüler der Steuerakademie Niedersachsen etwa stellen ihre Autos oftmals nicht auf den großen Parkplätzen am Schützenhaus oder am ehemaligen Markant-Markt ab, sondern parken diese aus Bequemlichkeit – sprich: um einen kurzen Fußweg zur Steuerakademie zu haben – auf den Stellflächen in der Bahnhofstraße und auf dem Parkplatz gegenüber von ,Omas Kaffeestube‘ in der Friedrichstraße.“ Dadurch jedoch würden diese Dauerparker den Kunden der örtlichen Geschäfte und Gastronomiebetriebe die zentral gelegenen Parkplätze wegnehmen, „die dem Handel dienen sollen“.

Schäden an den Bürgersteigen

Gleiches gilt laut Bergmann für die Patienten des von der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover (DRV) betriebenen Rehazentrums Bad Eilsen, die ihre Autos zudem an den Straßenrändern und auf den Bürgersteigen in den Wohngebieten parken. Die Siedlungsbereiche und die Gehwege würden dadurch (auch von Anliegern) mitunter regelrecht zugeparkt. Die Folge: Die Bürgersteige würden durch die darauf abgestellten Autos mit der Zeit sogar beschädigt, indem das Gehwegpflaster eingedrückt werde, klagt die Bürgermeisterin. Ebenfalls zu Schäden führe das Gewicht der zum Ein- oder Ausladen halb auf den Bürgersteigen parkenden Liefer- und Lastwagen, die zum Beispiel die örtlichen Alten- und Pflegeheime ansteuern. Und damit nicht genug: Geparkt werde in Parkverbotszonen, unberechtigt auf Behindertenparkplätzen und entgegen der Fahrtrichtung.

Um dieses Problem zu lösen, habe die Gemeinde bereits Gespräche mit der Polizei, der Steuerakademie und der DRV geführt, berichtet Bergmann. Eine Überlegung sei nun, die zentral im Ort gelegenen Parkplätze als Kurzzeitparkplätze auszuweisen, was allerdings beim Straßenverkehrsamt des Landkreises Schaumburg beantragt und von diesem genehmigt werden müsse. Erforderlich sei dann freilich, dass die Einhaltung der Parkzeiten auch vom Ordnungsamt der Samtgemeinde Eilsen oder der Polizei verstärkt kontrolliert wird. Diesbezüglich habe man schon Kontakt mit der Samtgemeindeverwaltung aufgenommen.

Kein Bedarf für weitere Politessen

Auf Nachfrage erklärt Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann, dass in dem Kurort bereits „sehr ausgiebig“ und „im notwendigen Umfang“ kontrolliert werde – auch, weil ein entsprechender Druck seitens der Politik gegeben sei. Vier Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien für die Park-Kontrollen lizenziert. Einen Bedarf, für die Überwachung des ruhenden Verkehrs zusätzliches Personal einzustellen, sehe er übrigens nicht.

Das Problem sei bekannt, aber es sei halt nicht so einfach, einen neuen Parkplatz zu bauen, sagt Katja Feldmann, die Leiterin der in Bad Eilsen ansässigen Geschäftsstelle der Steuerakademie Niedersachsen. Allein schon deshalb, weil es für das Teilgrundstück der Steuerakademie noch keinen gültigen Bebauungsplan gebe, sodass unklar sei, ob und wo zusätzliche Parkplätze angelegt werden können. Zwar habe man noch eine freie Wiesenfläche, aber die Frage sei eben, ob dort ein Parkplatz genehmigungsfähig wäre. Aktuell hält die Steuerakademie auf ihrem Areal laut Feldmann rund 90 Parkplätze für insgesamt rund 260 „Anwärter“ (Finanzschüler) bereit. Zudem gebe es einen separaten Parkplatz für die Mitarbeiter des Hauses, der jedoch ausreichend sei.

Öffentliche Verkehrsmittel als Lösung?

„Das Problem ist heutzutage, dass jeder 18-Jährige ein Auto hat. Daher kommen auch viele mit dem eigenen Auto“, resümiert die Geschäftsstellenleiterin. Und da es sich bei den öffentlichen Parkplätzen im Ort um „freie Parkplätze“ handele, könne man es den Anwärtern nicht verbieten, dort zu parken. Wenngleich diese von der Steuerakademie durchaus gebeten würden, die großen Parkplätze zu nutzen. „Wir haben schon über viele Lösungen nachgedacht, sind da aber noch nicht weitergekommen“, sagt Elke Unland, Verwaltungsleiterin des Rehazentrums Bad Eilsen. Zurzeit habe man die interne Regelung, dass die Reha-Patienten vor ihrer Anreise über die im Ort „sehr eingeschränkte“ Parksituation informiert und um eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gebeten würden. Aktuell seien im Rehazentrum Bad Eilsen pro Tag rund 300 Patienten anzutreffen. Davon seien circa 100 Patienten aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, mit einem Auto anzureisen. Von den restlichen rund 200 Patienten kämen dagegen „erfahrungsgemäß“ zwei Drittel mit dem eigenen Auto nach Bad Eilsen.

Parkplätze für Patienten halte man auf dem Gelände des Rehazentrums indes nicht vor, berichtet die Verwaltungsleiterin. Lediglich für das Personal habe man Parkplätze. Und dies sei laut der 2005 für den Klinik-Neubau erteilten Baugenehmigung, für die man damals „eine gewisse Anzahl an Parkplätzen“ habe nachweisen müssen, ausreichend. Überlegt werde inzwischen jedoch, auf einer dem Rehazentrum Bad Eilsen gehörenden Fläche ungefähr 30 bis 50 Parkplätze für Patienten zu schaffen.

Ergänzend weist Unland darauf hin, dass Besucher des Rehazentrums werktags nach 16 Uhr (freitags bereits ab 15 Uhr) und am Wochenende auf dem Gelände parken dürfen. wk