Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bad Eilsen Zeit für Gespräche
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Zeit für Gespräche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 24.08.2018
Die vom CDU-Samtgemeindeverband kredenzten Kuchen finden reißenden Absatz.
Die vom CDU-Samtgemeindeverband kredenzten Kuchen finden reißenden Absatz. Quelle: wk
Anzeige
Bad Eilsen

Im Schatten der dortigen Bäume hatten die Christdemokraten mehrere Bierzeltgarnituren sowie ein Kaffee-und-Kuchen-Büfett und einen Bratwurststand aufgebaut, an denen sich die Besucher versorgen konnten. Wer Kaltgetränke konsumieren wollte, konnte diese in dem nur ein paar Schritte entfernten Lokal ordern. Für die musikalische Unterhaltung waren Gastronom Karl Stramer (Gitarre, Gesang) und ein mit diesem befreundeter Keyboarder verantwortlich.

Wohl auch wegen des schönen Wetters waren das Sommerfest und die Außenterrasse des Lokales an diesem Nachmittag gut besucht. Die Organisatoren mussten sogar noch zusätzliche Bierzeltgarnituren heranholen, um allen Gästen einen Sitzplatz bieten zu können. An der Veranstaltung nahmen auch der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann und CDU-Lokalpolitikerin Colette Thiemann teil. Dies bot interessierten Besuchern die Gelegenheit, mit den „Promis“ ins Gespräch zu kommen. Offizielle Reden hielten die beiden Christdemokraten indes nicht.

„Thema Migration“ schwelt weiter

Gegenüber dieser Zeitung berichtete Beermann aber, dass die Flüchtlingskrise bei seinen Touren durch den Wahlkreis und den dabei mit Bürgern geführten Gesprächen nach wie vor das beherrschende Thema sei. Obwohl man nicht mehr die Zuwanderungszahlen wie in den Jahren 2015 und 2016 habe, bekomme man das „Thema Migration“ in der öffentlichen Debatte „nicht in den Griff“, sagte er. So sei es den Menschen beispielsweise nicht zu vermitteln, dass der vom Verfassungsschutz als islamistischer Gefährder eingestufte Tunesier Sami A. (der Leibwächter von Osama Bin Laden gewesen sein soll) nach erfolgter Abschiebung nun aufgrund eines Gerichtsbeschlusses wieder nach Deutschland zurückgeholt werden soll. „Das Gefühl der Menschen ist ein anderes“, betonte Beermann. Und daher müsse man dafür sorgen, dass die Rechtsprechung für solche Fälle geändert werde.

Darüber hinaus sprach sich der CDU-Mann für die derzeit ebenfalls kontrovers diskutierte Einführung einer einjährigen „allgemeinen Dienstpflicht“ für Männer und Frauen aus. Ein solches Engagement im sozialen Bereich könnte für mehr Zusammenhalt in der auseinanderdriftenden Gesellschaft sorgen, meinte Beermann. Allerdings sollten sich die den Dienst leistenden Personen aussuchen können, ob sie diesen in einer sozialen Einrichtung, im Naturschutz oder etwa bei der Bundeswehr absolvieren.

Ein derartige „allgemeine Dienstpflicht“ böte den Absolventen einen „Blick über den eigenen Tellerrand“, meinte Thiemann. Dies könnte auch dazu führen, dass sich anschließend mehr Menschen in der Freizeit ehrenamtlich engagieren. Manchmal, ergänzte die Lokalpolitikerin, müsse man die Menschen in gewisser Weise zu ihrem Glück zwingen. „Ich glaube, das kann sehr gesund sein.“ wk