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Heeßen Agrar-Service-Betrieb: Überschreitungen der Richtwerte möglich
Schaumburg Eilsen Heeßen Agrar-Service-Betrieb: Überschreitungen der Richtwerte möglich
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10:21 10.10.2019
Das Unternehmen Agrar-Service Hasse hat nach Aussage des Gutachters Kai Schirmer die Schwelle eines wesentlich störenden Gewerbebetriebes überschritten. Quelle: wk
Heeßen

Mehrere im Umfeld des Betriebes wohnende Bürger haben sich dabei über die von dem Betrieb ausgehenden Lärm- und Staubemissionen beklagt. Zudem befürchten sie, dass die Belastungen noch zunehmen würden, wenn die Halle erst mal stehe.

Infrage gestellt worden ist von Kritikern auch, ob es sich bei diesem Betrieb überhaupt noch um einen landwirtschaftlichen Betrieb handelt beziehungsweise ob dieser noch in den Ort gehört. Um Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der Lärmemissionen zu erhalten, hat die Gemeinde Heeßen ein entsprechendes Gutachten bei der Gesellschaft für technische Akustik (Hannover) in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist nun im Gemeinderat vorgestellt worden.

Relevant ist der lauteste Tag

Maßgeblich seien diesbezüglich, so der Sachverständige Kai Schirmer, das Bundesemissionsschutzgesetz sowie die vom Gesetzgeber zum Schutz vor Lärmbelastungen festgelegten Richtwerte. Dabei hingen die einzuhaltenden Richtwerte von der Gebietsart – Wohngebiet oder Mischgebiet – ab, wobei auch zwischen Tag und Nacht unterschieden werde. Relevant seien stets der lauteste Tag (Mittelwert über 16 Stunden) und die lauteste Nachtstunde eines Jahres.

Mehr zum Thema: Widerstand gegen Hasse'schen Hof wächst

Zwei „Spezifika“ des Agrar-Service Hasse sind laut Schirmer dessen im Jahreslauf sehr unterschiedliche Betriebstätigkeit und die vielen verschiedenen Vorgänge. Daher sei es schwierig gewesen, den Tag und die Nachtstunde mit der lautesten Betriebstätigkeit zu ermitteln. Nach Angaben des Gutachters wurde beides anhand einer von Dirk Hasse gemachten Aufstellung der einzelnen Betriebstätigkeiten sowie exemplarischer Emissionsmessungen gefunden. Ermittelt worden sei auch, wie sich der Hallenneubau auswirken würde.

Überschreitungen der Richtwerte können auftreten

Ursächlich für die Emissionskonflikte seien der Fahrverkehr auf dem Betriebsgelände, die geringen Abstände zu den Nachbargebäuden und die saisonal teilweise tagelang laufende Trocknungsanlage für Mais und Getreide, erklärte Schirmer. Der von deren Gebläse und der Zufahrt ausgehende Lärm lasse sich durch die geplante Halle jedoch nicht lösen, dazu müssten andere Maßnahmen ergriffen werden. Im Übrigen würde es durch die Maschinenhalle für einige Nachbarn lauter und für einige leiser werden.

Festgestellt worden sei, dass tatsächlich Überschreitungen der Richtwerte, die für Wohngebiete gelten, auftreten könnten, fasste der von der Gemeinde mit dem Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes Nr. 12 „Ortskern“ beauftragte Stadtplaner Matthias Reinold das Ergebnis des Gutachtens zusammen. „Emissionen stören dann, wenn sie ständig die Richtwerte überschreiten.“ Die betrieblichen Tätigkeiten des Agrar-Services Hasse müssten deshalb so organisiert werden, dass die geltenden Richtwerte eingehalten würden.

Und seitens Dirk Hasse gebe es auch „eine absolute Bereitschaft, das zu gewährleisten“, betonte Reinold. Er empfahl daher, die Änderung des Bebauungsplanes weiterzubetreiben – dies aber in der Erkenntnis, dass die betriebliche Entwicklung des Agrar-Services Hasse an diesem Standort „an ihre Grenzen gestoßen“ sei. Von Michael Werk