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Heeßen Aue-Wiese: Nabu-Ortsgruppe Eilsen will Artenvielfalt erhöhen
Schaumburg Eilsen Heeßen Aue-Wiese: Nabu-Ortsgruppe Eilsen will Artenvielfalt erhöhen
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20:59 10.09.2019
Mit vereinten Kräften haben Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe Eilsen ein Insektenhotel auf der Aue-Wiese aufgestellt. Quelle: pr.
Heeßen

Die Grünfläche soll langfristig ökologisch weiterentwickelt und zu einem Lebensraum für eine große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten werden. 

Anlässlich dieser Aktion gibt Julia Metzner, Sprecherin der Nabu-Gruppe, einen Überblick über die zuvor unternommenen Maßnahmen: So informiert sie, dass auf dem Grundstück bei Übernahme bereits häufig vorkommende Wiesenpflanzen wie etwa diverse Gräser, Spitzwegerich, Sauerampfer, Disteln, Johanniskraut und Wiesen-Storchschnabel wuchsen. Um die Artenvielfalt zu erhöhen, hatten die Nabu-Aktiven im Juni an einigen Stellen die Grasnarbe entfernt und später dann Saatgut von diversen einheimischen Wiesenblumen ausgesät.

„Färberkamille, Rote Lichtnelken, Wegwarte, Schmalblättrige Weidenröschen, Wiesen-Flockenblumen, Wilder Pastinak, Wiesenlabkraut, Echte Kamille, Wiesenmargeriten und die Große Klette sollen Schmetterlingen, Bienen, Wildbienen und anderen Insekten Nektar und Pollen bieten“, erklärt Metzner. Gepflanzt habe man – aus gleichen Gründen – zudem Teufelsabbiss und Hauhechel. Abzuwarten bleibe nun, welche dieser Pflanzenarten sich auf der Aue-Wiese dauerhaft ansiedeln. Damit sich die Pflanzen zukünftig selbst aussäen können, werde die Wiesenfläche lediglich ein- bis zweimal jährlich gemäht.

Bäume gepflanzt

Am Rand des kommunalen Grundstückes wachsen Metzner zufolge ferner Wildrosen, Schlehen und Weißdorn. Diese dornigen Sträucher bieten mit ihren Früchten zahlreichen Singvögeln Nahrung und sichere Nistplätze. Inzwischen ergänzt auch Holunder das Nahrungsangebot für Insekten und Vögel.

Die Nüsse des im vergangenen Jahr gepflanzten Haselstrauches stünden auf dem Speiseplan von Eichhörnchen, die man recht häufig durch die Bäume am Rand der Wiese turnen sehe, berichtet die Naturschützerin.

Außerdem hat die Nabu-Ortsgruppe auf dem Gelände bereits eine Eberesche (Vogelbeere), eine Hauszwetschge und einen Apfelbaum der Sorte Kaiser Wilhelm auf der Wiese angepflanzt. Bei der Hauszwetschge handelt es sich Metzner zufolge um eine sehr alte Sorte, die hierzulande bereits seit dem 17. Jahrhundert angebaut wird, wohingegen die alte Apfelsorte Kaiser Wilhelm immerhin schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt ist.

Nistkästen für Fledermäuse und Vögel

„Im Frühjahr spenden die blühenden Obstbäume den bestäubenden Insekten Nektar und Pollen, und im Herbst bieten ihre Früchte – am Baum hängend und als Fallobst – Insekten, Vögeln und Säugetieren Nahrung“, so die Nabu-Aktivistin. Aufgehängt habe man auf dem Grundstück zudem mehrere Fledermauskästen und unterschiedliche Vogelnistkästen. Auch einen Totholz- und einen Stein-/Sandhaufen habe man dort angelegt.

Wer mitmachen möchte: Die Nabu-Ortsgruppe Eilsen trifft sich an jedem ersten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr im Gasthaus Heeßer Krug in Heeßen, um weitere Aktionen zu planen. Überlegt wird laut Metzner etwa, eine große Schautafel an der Grünfläche aufzustellen, die über die bisher erfolgten Maßnahmen und die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten informiert. Für dieses Vorhaben suchen die Naturschützer aber noch einen Sponsor. von Michael Werk