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Heeßen Mehr Natur auf dem Friedhof
Schaumburg Eilsen Heeßen Mehr Natur auf dem Friedhof
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20:28 15.02.2019
Durch eine naturnähere Gestaltung des Friedhofs könnte dieser nicht zuletzt Insekten mehr Raum zum Leben bieten. Quelle: wk
Heessen

In Anbetracht dieser dramatischen Entwicklung hat die noch junge Nabu-Ortsgruppe Bad Eilsen den in Heeßen an der Bückeburger Straße gelegenen Friedhof der Samtgemeinde Eilsen als Betätigungsfeld ins Auge gefasst. Dieser sei „nicht einer der Schönsten“ – daher sollte man sich mal Gedanken darüber machen, wie dieser Friedhof besser gestaltet werden könnte, erklärte das Mitglied Lothar Wiegratz im Sommer vergangenen Jahres anlässlich der Vorstellung möglicher Naturschutzaktivitäten. Dabei spielte er auch auf eine naturnähere Bepflanzung des Areals an. Wichtig sei, dafür Pflanzen auszuwählen, die „ökologisch wertvoll“ seien, konkretisierte Nabu-Mitstreiterin Julia Metzner (wir berichteten).

Es ist zwar noch offen, ob die Naturschützer dieses Vorhaben tatsächlich in Angriff nehmen werden, und auch die neue Pflanzsaison hat noch nicht begonnen, aber da es in Sachen Insektenschutz keine Zeit zu verlieren gilt, hat die Redaktion jetzt schon mal bei der Samtgemeindeverwaltung nachgefragt, ob solch ein Vorhaben überhaupt zu realisieren wäre. Grundsätzlich sei es bestimmt möglich, auf dem Friedhof mehr Natur zuzulassen, sagt Andreas Kunde, der Leiter des Ordnungsamtes der Samtgemeinde Eilsen. Dort heimische Blüten- und Beerensträucher (statt bloßer Ziersträucher) anzupflanzen, dagegen spricht seines Erachtens nichts. Diesbezüglich weist er aber darauf hin, dass das Gelände schon jetzt „üppig mit Hecken“ bepflanzt sei.

Nicht ständig Unkraut zupfen

Die Meinung über die vorhandene Begrünung ist laut Kunde übrigens „voll zwiegespalten“. So gibt es dortige Gräber pflegende Friedhofsbesucher, die durchaus der Meinung sind, dass auf dem Gelände bereits „zu viel Grün“ ist. Beklagt wird von jenen Zeitgenossen, dass sie regelmäßig heruntergefallene Blätter und Samen von den Grabstellen und den Streifen zwischen den Gräbern absammeln müssen. Dieses Thema komme immer wieder mal auf, verrät der Ordnungsamtsleiter. Vor diesem Hintergrund sieht er in dem Ansinnen der Nabu-Ortsgruppe Bad Eilsen das Problem eines Interessenkonflikts. Zumal auch zu bedenken sei, dass die Nutzer der Grabstellen kein Interesse haben, „da ständig Unkraut rauszuzupfen“.

„Man muss das abwägen und politisch entscheiden“, resümiert Kunde. Genug Platz für die Anlage beispielsweise einer Blumenwiese ist ihm nach im unteren Bereich des Friedhofs, nahe der kommunalen Kompostanlage, vorhanden. Und in der Friedhofsatzung sei nichts geregelt, was solch einem Vorhaben entgegensteht. Aber: „Wenn der Nabu das gerne möchte, dann muss er das auch bezahlen!“ wk