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Samtgemeinde Eilsen Marcus Reineke will mit neuen Angeboten mehr Kinder zum schwimmen bringen
Schaumburg Eilsen Samtgemeinde Eilsen Marcus Reineke will mit neuen Angeboten mehr Kinder zum schwimmen bringen
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07:22 28.08.2019
Nicht nur die Kinder haben ihren Spaß im Bad der Schwimmschule Reineke, auch der Chef Marcus Reineke freut sich über das tolle Engagement der Jungen und Mädchen. Quelle: möh
Eilsen

Lernen immer weniger Kinder schwimmen? „Jein“, sagt Marcus Reineke, Inhaber der gleichnamigen Schule, „denn in unserer Region gibt es noch genügend Bäder, in denen Unterricht angeboten wird. Die Kids müssen nur angemeldet werden – und auch wirklich hingehen.“

Schlimmer sehe es in strukturschwachen Gebieten aus, in denen immer mehr öffentliche Bäder aus Kostengründen geschlossen worden seien. Und ohne Bad kein Schwimmkurs. Generell, so die Statistik, könne jeder vierte Grundschüler nicht schwimmen. Der Schwimmlehrer mit eigenem Hallenbad: „Und diese recht negative Tatsache müssen wir positiv ändern.“

Mit Ferienspaßaktion neue Wege gehen

Reineke, dessen Schwimmkurse in der Regel voll ausgebucht sind, beschritt in diesem Sommer neue Wege. Erstmals bot er im Rahmen der Ferienspaßaktion in der Samtgemeinde Eilsen zwei Kurse in seinem Hallenbad in der Residenz am Harrl an. Jeweils elf Kinder tummelten sich im Bad bei den Schwimmkursen „Bronze“ und „Seepferdchen“.

Und auf die Kids beziehungsweise auf Väter und Mütter wartete ein finanzielles Bonbon: Da Reineke bei diesen Kursen den Wassersportverein Rinteln als Veranstalter mit im Boot hatte, gab es für die Kinder aus der Samtgemeinde Zuschüsse vom Landesschwimmverband und der DLRG Niedersachsen, denn beide Organisationen zeichnen verantwortlich für die Aktion „Niedersachsen lernt schwimmen“.

Jobcenter übernimmt Kosten

Die Verbände wollen erreichen, dass möglichst viele Kids das Schwimmen richtig lernen, und bieten daher finanzielle Unterstützung, damit das Vorhaben nicht am Geld scheitert. Reineke verweist in diesem Zusammenhang auch auf das Jobcenter. Im Rahmen der „Teilhabe“ bestehe für Eltern sogar die Möglichkeit, dass ihre Jungen und Mädchen völlig kostenlos einen Schwimmkurs besuchen dürfen. „Kinder, die schwimmen lernen möchten, sollten zwischen sechs und sieben Jahre alt sein“, meint Reineke. Die reine Wassergewöhnung sei aber schon ab vier Jahren möglich.

Wenn Eltern der Ansicht sind, ihre Kinder hätten die Bedingungen für das „Seepferdchens“ (Sprung vom Beckenrand und 25 Meter Schwimmen, Heraufholen eines kleinen Gegenstandes aus schultertiefem Wasser) erfüllt und könnten nun schwimmen, widerspricht Reineke heftig. Dieses Abzeichen, in einer sterilen Umgebung ohne Wellen und ohne viele Badegäste absolviert, helfe nach seinen Erfahrungen keinesfalls, wenn Kinder beispielsweise unversehens unter Wasser und dann natürlich in Panik gerieten. Von einem „Schwimmer“ dürfe ab dem Schein „Bronze“, dem früheren „Freischwimmer“, geredet werden, denn dabei müssten die Mädchen und Jungen 200 Meter schwimmen, zwei Meter tief tauchen und einen Sprung vom Einmeterbrett absolvieren.

Diverse Störungen im Unterricht eingebaut

Und Reineke, der den Trainerschein „A Schwimmen“ (beim Fußball dürfte er Vereine in der Bundesliga betreuen) besitzt, geht in seinen Schwimmkursen unkonventionelle Wege, die aber viel Sicherheit für die Kinder versprechen. Seine Schüler lernen nicht die schwerste Schwimmtechnik „Brust“ zuerst, sondern „Kraulen“ und „Rücken“, damit sie den natürlichen Auftrieb, den das Wasser schließlich bietet, auch bemerken. Schwimmwesten und -flügelchen lehnt Reineke als Hilfsmittel rigoros ab, denn sie vermittelten eine Sicherheit, die aber nicht unbedingt vorhanden sei: „Und die Kinder dürfen auf keinen Fall in Panik verfallen.“

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Daher baut er in seinen Unterricht in „gewohnter Umgebung“ immer wieder diverse Störungen ein, damit die Jungen und Mädchen verinnerlichen, dass man beim Schwimmen in fremden Gewässern, im Meer oder auch in einem überfüllten Freibad auf sich plötzlich verändernde Bedingungen treffen kann. Der Trainer bedauert generell, dass man keine spezielle Ausbildung benötige, um Schwimmunterricht geben zu dürfen. Es reiche, so Reineke, dass der Lehrer „rettungsfähig“ sei, was immer dies bedeute.

Einzige Schwimmschule mit eigenem Schwimmbad

„Wir sind die erste Schwimmschule im Landkreis Schaumburg und betreiben seit zehn Jahren unser eigenes Schwimmbad. Im Umkreis von 100 Kilometern ist das einmalig“, macht Reineke Werbung für seine Schule, die er bereits 2006 gründete. Für Interessenten, die sich über alle Angebote der Schwimmschule Reineke mit dem Bad im Keller der Residenz am Harrl an der Fürst-Adolf-Straße 6 bis 10 in Bad Eilsen informieren möchten, steht die Internetseite www.schwimmschule-reineke.de zur Verfügung. Marcus Reineke ist unter den Telefonnummern (05751) 4099112 und (0177) 7206227 persönlich zu erreichen. von Cord-Heinrich Möhle