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Samtgemeinde Eilsen Neuer Bauhof soll "klimaneutral" werden
Schaumburg Eilsen Samtgemeinde Eilsen Neuer Bauhof soll "klimaneutral" werden
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20:18 28.08.2018
Nach Meinung der Eilser Samtgemeindeverwaltung ist es sinnvoll, ihren Bauhof an einem neuen Standort mit dem Baubetriebshof der Gemeinde Eilsen zusammenzulegen. Quelle: wk
Eilsen

Zwar ist der Neubau eines zukünftig gemeinsamen Baubetriebshofs der Samtgemeinde Eilsen und der Gemeinde Bad Eilsen bislang nur eine Idee, und es wird auch noch kontrovers über die Standortfrage diskutiert. Dennoch hat die Gruppe SPD-Bündnis 90/Die Grünen im Samtgemeinderat hinsichtlich der möglichen Konzeption schon mal das Thema Klimaschutz in die Debatte eingebracht.

So hatte jene Fraktionsgruppe beantragt, die Vorsitzende des Vereins BürgerEnergieWende (BEnW) Schaumburg, Verena Michalek, zu einer Sitzung des Samtgemeinderates einzuladen. Dies, um dem Kommunalparlament von der Aktivistin aufzeigen zu lassen, wie solch ein Bauhof „klimaneutral“ gestaltet werden könnte.

Möglichst geringer Wärmeverlust

Bei der jüngsten Ratssitzung war Michalek nun also als Referentin mit von der Partie und gab dem Gremium einen Überblick, worauf man bei der Planung eines neuen Baubetriebshofes achten sollte. Unter anderem empfahl sie bezüglich des Gebäudes eine kompakte Bauweise, damit dies eine möglichst geringe Oberfläche hat. Denn je größer die Oberfläche, etwa durch den Einbau von Erkern und Gauben, desto mehr Wärmeenergie geht darüber verloren. Wichtige Aspekte sind laut Michalek aber auch eine energetisch sinnvolle Ausrichtung des Gebäudes, um beispielsweise das Tageslicht bestmöglich zum Erhellen der Räume nutzen zu können, sowie eine starke Dämmung der Gebäudehülle. Das Ziel müsse dabei sein, durch die Bauweise zu „vermeiden, dass wir Energie verbrauchen“, betonte sie. Ferner plädierte die BEnW-Vorsitzende für die Installation einer Strom erzeugenden Fotovoltaikanlage sowie für die Nutzung von Windenergie, Geothermie oder Umweltwärme.

Nicht zuletzt empfahl Michalek, auf den klimaneutralen Bau von Gebäuden und Anlagen spezialisierte Fachplaner in die Planung einzubinden, denn andernfalls bleibe solch ein Vorhaben „nur ein guter Wille“. Sollte heißen: Sonst würden die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. In diesem Zusammenhang merkte sie an, dass der Verein über ein breites Experten-Netzwerk verfüge und gerne bereit sei, die entsprechenden Kontakte zu vermitteln.

Ein Bauhof-Novum

Auf Nachfrage von Dagmar Söhlke, Sprecherin der Fraktionsgruppe CDU/Hasse, ob die Referentin denn einen Baubetriebshof kenne, der nach solchen Klimaschutz-Kriterien gebaut worden sei, musste Michalek allerdings passen. Bislang sei ihr keiner bekannt, räumte die BEnW-Vereinsvorsitzende ein. Es gebe aber durchaus Verwaltungsgebäude und etwa Feuerwehrwachen, die dergestalt konzipiert seien.

Die Samtgemeinde Eilsen arbeite bei ihren Bauvorhaben mit dem Bückeburger Ingenieurbüro Wehmeyer zusammen, sagte Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann. Daher habe die Verwaltung jenes Büro bereits damit beauftragt, für einen – wegen der noch ungeklärten Standortfrage – „imaginären Ort“ einen neuen Baubetriebshof zu planen.

Zum Thema Geothermie merkte Schönemann noch an, dass die Nutzung von Erdwärme bereits beim damaligen Bau einer in Heeßen gelegenen Kindertagesstätte angeregt worden sei. Doch weil sich das dortige Grundstück in einem Heilquellenschutzgebiet befinde, sei diese Option schnell ausgeschlossen worden. Einige „interessante Hinweise“ habe Michalek gegeben, resümierte Willi Dreves, zweiter stellvertretender Samtgemeindebürgermeister (CDU) und zugleich Vorsitzender des Samtgemeinderates. Damit man sich jedoch intensiver mit der Materie befassen könne, benötige man noch weitere Informationen. wk