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Samtgemeinde Eilsen Und immer wieder die große Enttäuschung
Schaumburg Eilsen Samtgemeinde Eilsen Und immer wieder die große Enttäuschung
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16:45 28.07.2019
Die Helferinnen und Helfer treffen sich am Remisengelände in Bad Eilsen und machen sich auf den Weg, um die Aue und ihren Uferbereich den Uferbereich von Unrat zu befreien.  Quelle: Cord-Heinrich Möhle
Eilsen

Es ist für die Mitglieder der Interessengemeinschaft zur Förderung und Erhaltung der Lebensqualität in der Samtgemeinde e.V. (Igel) immer wieder erstaunlich, welche Mühe sich unliebsame Zeitgenossen machen, um ihren Müll bis an die Aue zu schleppen und dann dort ins Wasser zu werfen.

So fanden die Freiwilligen, die sich dieser Aufgabe seit Jahren stellen, einen kompletten und stabilen Werbeaufsteller, einen Fahrradrahmen und auch zwei Rampen, die benutzt werden, um auf einen Anhänger zu gelangen. Und Herbert Hagen, Vorsitzender der Gemeinschaft, kam jetzt zu einer weiteren Erkenntnis. „Das Flaschenpfand ist wohl immer noch zu niedrig“, erklärte er angesichts der vielen pfandpflichtigen Glasflaschen, die er und seine Mitstreiter aus der Aue fischten.

Es hat schon eine lange Tradition, dass sich die Igel-Mitglieder einmal pro Jahr, ausgerüstet mit entsprechendem Werkzeug und Gummistiefeln, auf den Weg machen, um das Flussbett der Aue und den Uferbereich von allerlei Unrat zu befreien. Sie sind unterwegs von der Grenze Buchholz bis Ende Bad Eilsen in Richtung Ahnsen und hoffen immer wieder, einmal nicht viele Mülltüten mit Plastik, Folien oder lackiertem Holz usw. füllen zu müssen. Aber sie werden jedes Mal enttäuscht, denn nach einer neuen Aktion heißt es: „Es hat sich wieder einmal gelohnt, die Natur von dem Unrat befreit zu haben“.

Einige Sachen, die gefunden werden, rufen immer wieder Erstaunen hervor. Im vergangenen Jahr war es noch ein Wohnungstresor, der der Polizei übergeben werden konnte. Jetzt stießen die Igel-Aktiven am Ende des Kurparks in Richtung Ahnsen auf einen Werbeaufsteller des Bistros am Tennisplatz und einen Fahrradrahmen, die in der Aue gelandet waren. Igel-Chef Herbert Hagen verständnislos: „Wer wirft den Rahmen eines anscheinend hochwertigen Fahrrades in einen Bach?“

Auch die anderen Aktiven hatten im Verkauf des Vormittages ihre besonderen Erlebnisse. So entdeckten sie zwei kleine Porzellan-Buddha-Figuren, die man doch nicht ständig mit sich herumschleppt und dann plötzlich in der freien Natur verliert. Ferner muss man sich schon richtig Mühe geben, um zwei Auffahrrampen für Anhänger zur Aue zu schleppen. Auch ein Regenschirm sowie größere Metallplatten, eine schwere Gummimatte sowie Maschendraht wurden aus dem Bachbett geholt. Das Yoghurt-Becher, Chipstüten, Papiertaschentücher und weiterer Kunststoff-Kleinkram in der Natur bzw. im Bereich der Aue „verloren“ werden, wundert die Experten der Interessengemeinschaft schon lange nicht mehr.

Platz im Programm

Die Auereinigung, wegen der Brut- und Setzzeit erst im Juli angesetzt, hat einen festen Platz im Programm der Interessengemeinschaft. Und sie muss auch nicht die Werbetrommel rühren, um genügend Mitglieder für diese Aufgabe zu begeistern. So freute sich denn auch Herbert Hagen, dass sich auch in 2019 wieder ausreichend Helfer zur Verfügung gestellt hatten. Der Vorsitzende hieß besonders den Heeßer Bürgermeister Harald Bokeloh willkommen, bedauerte es aber, das sich von der Gemeinde Bad Eilsen kein Verantwortlicher blicken lasse, obwohl der Termin, so Hagen, bekannt gewesen sei.

Der Abschluss der Reinigungsaktion fand dann wieder einmal im Garten des Ehepaares Nicole und Heinz-Hardy Hoffmann in Heeßen an der Auestraße statt. Hier warteten auf die Helferinnen und Helfer geschmierte Brötchen und kühle Getränke. Natürlich wurde noch einmal über die Ausbeute der Müllsammelaktion diskutiert.

Von Cord-Heinrich Möhle