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Aus dem Landkreis 30 Jahre Basta Mädchen- und Frauenberatung in Schaumburg
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis 30 Jahre Basta Mädchen- und Frauenberatung in Schaumburg
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22:04 30.11.2018
Blumen für die Damen: Basta-Urgestein Ingetraud Wehking (von rechts) präsentiert ihre Mitstreiterinnen Birgit Baron, Claudia Walderbach, Kirstin Lusga und Sabine Schaedel. Quelle: rg
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Eine Würdigung ihre Arbeit in solch hochoffiziellem Ambiente haben sich die Gründerinnen vor 30 Jahren sicher nicht im Entferntesten vorstellen können. Gisa Meier-Floeth, noch heute aktiv im Vereinsvorstand, erinnerte an einen Volkshochschulkurs zum Thema sexuelle Gewalt gegen Mädchen. Dieser habe den Anstoß zu einer Beratungsstelle im Landkreis gegeben.

Meier-Floeth: „Die Zeit war reif.“ Es sei langsam erkannt worden, dass sexuelle Gewalttäter „keine verrückten Einzeltäter“ seien. 1984 habe es erstmals eine Datenerhebung unter dem Stichwort „Väter als Täter“ gegeben. Die traurige Notwendigkeit einer Stelle, wo Mädchen und Frauen Hilfe und Beratung finden, sei von der Politik anerkannt und eine Stelle finanziert worden.

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„Besser man braucht sie nicht“, gab auch Landrat Jörg Farr zu. Aber der Bedarf an Rat und Hilfe wachse; die Fallzahlen seien deutlich gestiegen. Und: „Wird sehen es oft nicht.“ 90 Prozent der Fälle von Gewalt gegen Mädchen und Frauen geschehe im familiären Umfeld. Darum sei es eine „sehr persönliche große Leistung“ von Betroffenen, wenn sie den Weg zur Beratung fänden.

Prävention und Öffentlichkeitsarbeit wichtig

Dazu brauche es leicht zu erreichende Zugänge. Wichtig seien Prävention, Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit. Und man müsse Frauen und Mädchen mit ihren Anliegen ernst nehmen: „Dann kommen sie eher.“ Farr dankte den Basta-Mitarbeiterinnen für deren Engagement und versprach weiterhin die Unterstützung des Landkreises für den Verein Basta.

Einblick in der Gedankenwelt und in psychische Nöte von jungen Mädchen gaben zwei Poetry Slammerinnen vom Gymnasium Bad Nenndorf. In einem wahren Wortgewitter beschrieb Lea Sankowske (Bild, 17) wie ein Mädchen, das ihr Leben eigentlich liebt, vom Wunsch perfekt zu sein, in den Selbstmord getrieben wird. In einem offensiven lustigen Text setzte sich Svenja Ahrens (16) mit ihrem Mädchen-Sein auseinander. So gelang ein gelöster Schlusspunkt hinter dem offiziellen Teil der Feier und die Überleitung zu Kaffee, Sekt und Büfett. sk