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Aus dem Landkreis 3600 Geflüchtete im Landkreis Schaumburg
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis 3600 Geflüchtete im Landkreis Schaumburg
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11:21 21.04.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Landkreis

Die Aufnahmequote sei nahezu erfüllt. Mit Stand von Mitte März hätten lediglich noch 27 Asylsuchende für dieses Jahr aufgenommen werden müssen. Anfang April seien bereits einige weitere dazugekommen, sodass davon auszugehen sei, dass der Landkreis dieses Jahr kaum noch Flüchtlinge aufnehmen werde. Wobei das natürlich vom bundesweiten Zustrom abhängig sei.

Von den 3600 Geflüchteten befinden sich dem Kreissprecher zufolge 3313 im Leistungsbezug. Davon 1291 im Asylbewerberleitungsgesetz, 2022 beziehen Hartz IV. Die anderen seien entweder weggezogen oder nicht mehr auf das Hilfesystem angewiesen.

Insgesamt 25 Prozent aller in Schaumburg aufgenommen Asylbewerber haben Heimann zufolge eine Ausbildung angefangen oder einen Arbeitsplatz gefunden. Viele der Auszubildenden seien jedoch weiterhin auf Unterstützung angewiesen und müssten aufstocken.

1200 ohne Schutzstatus

Bei der Herkunft unterscheiden sich die Zahlen zwischen denjenigen, die sich noch im Asylbewerberleistungsgesetz befinden und denen, die bereits den Schutzstatus erhalten haben. Von den 1200 ohne Schutzstatus kommen 158 aus Afghanistan, 128 von der Elfenbeinküste, 117 aus dem Irak und 116 aus Syrien. Bei den Geflüchteten, die Hartz IV beziehen, stammt der Großteil (1017) aus Syrien, gefolgt von 476 Irakern, 237 Afghanen und jeweils 43 Iranern und Eritreern. Das liege daran, erklärt Heimann, dass Asylbewerber aus Syrien aufgrund der Situation in ihrem Land, besonders schnell den Schutzstatus erhalten und somit zum Jobcenter wechseln. Das habe dann auch Auswirkungen auf die Verteilung der Asylbewerber im Landkreis.

Diejenigen, die den Schutzstatus erhalten haben, dürfen ihren Wohnort frei wählen. Die meisten zieht es laut Heimann in die Kreisstadt. Dort leben insgesamt 1020 Geflüchtete – lediglich 235 ohne Schutzstatus (siehe Kasten). Zum Vergleich: In Rinteln leben mit 558 nur etwa halb soviele Flüchtlinge, 280 haben noch keinen Schutzstatus. Daher habe sich der Landkreis auch bewusst dagegen entschieden, Gemeinschaftsunterkünfte in Stadthagen einzurichten.

192 in Gemeinschaftsunterkünften

Aktuell leben noch 192 Asylbewerber in Gemeinschaftsunterkünften: 47 in der ehemaligen Herderschule in Bückeburg, 46 in der früheren Pestalozzischule sowie 99 in Bad Nenndorf, wo es derzeit noch zwei Gemeinschaftsunterkünfte gibt.

Der Landkreis habe von Anfang an Wert darauf gelegt, Asylsuchende überwiegend dezentral unterzubringen. „Als die Zahlen in die Höhe gingen, kamen wir nicht mehr darum herum, Gemeinschaftsunterkünfte einzurichten“, erklärt der Kreissprecher. „Obwohl wir das selbst kritisch gesehen haben, weil Integration dadurch schwieriger wird.“

Insgesamt liege der Schwerpunkt immer auf der Integration. Auch Menschen, die den Schutzstatus erhalten hätten, seien meist erst kurz hier und bräuchten weiterhin Unterstützung und Begleitung. Den Spracherwerb zu ermöglichen, sei eine weitere wichtige Säule. Das werde hautsächlich über VHS-Kurse gerwährleistet. Und auch ein beim Landkreis angesiedelter Arbeitskreis zum Thema Berufsvorbereitung und Ausbildungsqualifikation bestehend aus Vertretern der Berufsbildenden Schulen, der Kreishandwerkerschaft, der IHK, der VHS, Sozialarbeitern sowie Jobcenter und Bundesagentur für Arbeit sei nach wie vor aktiv.

Von Tina Bonfert