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Aus dem Landkreis Asphaltklebespur durch Schaumburg: 50.000 Euro Schaden
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Asphaltklebespur durch Schaumburg: 50.000 Euro Schaden
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20:15 17.07.2019
Auf der Kreuzung in Vornhagen haben die Reifen des Baustellenfahrzeuges den Asphalthaftkleber besonders breit verteilt.  Quelle: ab
Landkreis

Ohne den Schaden im Detail genau zu kennen, spricht Markus Brockmann, Geschäftsführer der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, von Kosten im oberen fünfstelligen Bereich. „Das ist eine Sisyphusarbeit auf 20 Kilometern. Da ist man schnell bei 50.000 Euro“, sagt der Experte.

Wie berichtet, hatten am Dienstag mehrere Baustellenfahrzeuge der Stadthäger Firma Ahrens auf ihrem Weg von Wiersen nach Nienstädt und zurück Asphalthaftkleber verloren. Im Auetal wird derzeit eine Straße saniert. Dabei hatten die Räder der Lastwagen das flüssige Bitumen in den Profilen aufgenommen und auf einer Strecke von 20 Kilometern verteilt. Gegen 17 Uhr war die Polizei darüber von einem Augenzeugen informiert worden. Umgehend legten die Beamten die Fahrzeuge still.

Größtes Problem war die Ortsumgehung in Stadthagen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, die dort gefahren werden, rückte die beauftragte Firma Strabag als erstes dort an, um die Klebeklumpen zu entfernen. Die zuständige Straßenmeisterei sowie die Polizei sperrten die sogenannte Stadtautobahn von 20 bis 24 Uhr – erst die Strecke nach Nienstädt, dann die Gegenrichtung.

Nach Angaben eines Sprechers der Straßenmeisterei konnten die Experten bislang darauf verzichten, die betroffenen Stellen abzufräsen. Mit einem Radlader, der an der Schaufel spezielles Gerät hat, werden die Klumpen abgeschlagen. So bleibt die Fahrbahn verschont von weiteren Schäden.

In Blyinghausen sind dicke Bitumenklumpen verteilt. Diese müssen nun abgetrennt werden. ab

Doch gerade in den Kurvenbereichen, so zum Beispiel in Vornhagen und Blyinghausen, verteilten die Räder der Lastwagen das Bitumen in der breiten Fläche. Möglicherweise muss die Straßenmeisterei dort mit Splitt arbeiten, damit die griffige Eigenschaft der Fahrbahnoberfläche wiederhergestellt wird. Andernfalls könnte es bei Regen zu rutschig sein. Stellen wie diese begutachtet die Firma Strabag in den kommenden Tagen und reinigt die Straßen.

Betroffen von der Klebespur sind die L 443, L 454, L 444 sowie die K 29 und die B 65. Die Polizei spricht von 20 Kilometern Länge. Die Verursacher konnten die Beamten gleich am Dienstag noch ermitteln. Gegen sie wird kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Eventuell werden Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstattet. Warum die Fahrer den Schaden nicht schneller bemerkt haben, ist unklar. Ahrens war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Schäden von Dritten, etwaigen Autos, die durch das flüssige Bitumen getroffen worden sind, liegen der Polizei derzeit nicht vor.

Die Baustelle, die Ahrens beliefert hat, betreibt Strabag. Insofern rechnen die beiden Firmen die Kosten möglicherweise untereinander ab. Der Einsatz der Straßenmeisterei, die aus ihrer Bereitschaft ausrücken musste, wird nach Angaben Brockmanns zum Teil an den Verursacher, also Ahrens, weitergereicht. Zu weiteren Behinderungen aufgrund der Straßenreinigungen soll es nach Angaben des Chefs der Landesbehörde nicht kommen. von Verena Gehring