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Aus dem Landkreis Auf den Straßen kracht’s immer häufiger
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Auf den Straßen kracht’s immer häufiger
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00:26 19.03.2018
Gute und schlechte Nachrichten: Insgesamt gibt es mehr Unfälle, verletzte Menschen aber weniger.
Gute und schlechte Nachrichten: Insgesamt gibt es mehr Unfälle, verletzte Menschen aber weniger.
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Landkreis

Im Vergleich zu den Vorjahren mit eher moderaten Steigerungen fällt der Anstieg diesmal mit 109 Unfällen deutlich höher aus.

 Als wichtigsten Grund für diese Entwicklung ist laut Polizei der erhebliche Anstieg von 58 Fahrerfluchten. Damit stellen sie zusammen mit den Wildunfällen etwa 40 Prozent des gesamten Unfallgeschehens dar. Erfreulich sei dagegen die Entwicklung bei den Unfällen mit Personenschäden. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Rückgang von 591 auf 543 und somit 48 weniger Verletzte.

 

 Acht Menschen sind ums Leben gekommen

 

 Im Zehn-Jahres-Vergleich bedeutet das einen neuen Tiefstand. Allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass die Zahl der Schwerverletzten mit 94 etwa auf dem Vorjahresniveau (95) geblieben ist. Ums Leben kamen in Schaumburg acht Menschen, damit ist die Zahl zum Vorjahr gleich geblieben. Bei den Schwerverletzten vermeldet die Polizei 97 Personen (2016: 96).

 Frank Kreykenbohm, Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, bedauert die gestiegene Zahl der Unfälle, aber sieht auch eine positive Entwicklung bei schwerwiegenden Unfallfolgen: „Den Trend gilt es in den nächsten Jahren durch weitere Anstrengungen und Aktivitäten im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit zu verstetigen.“

 Wegen der großen Gefahr, die der Konsum von Drogen und Alkohol von Autofahrern birgt, hat die Polizei ihre Kontrollen erneut regelmäßig durchgeführt. Sie griffen 116 Fahrer unter Drogeneinfluss auf, 115 waren es im Vorjahr. Die Unfälle unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln sanken auf zwölf Unfälle, das sind zwei weniger.

Positiver Verlauf bei 14-Jährigen

Auch Fahrer mit Alkohol am Steuer kommen immer wieder vor – hier zeigt sich ein gemischtes Bild. In diesem Zusammenhang ereigneten sich 49 Unfälle und damit drei weniger als im Vorjahr. 150 Personen erwischte die Polizei mit Alkohol am Steuer, 31 weniger als 2016. Die höchste festgestellte Blutalkoholkonzentration betrug 3,15 Promille.

 Bei den sogenannten Risikogruppen zeigt sich bei den bis 14-Jährigen ein positiver Verlauf. Hier sank die Zahl der leicht und schwer verletzten Kinder deutlich um 16 auf 36. Erfreulicherweise kam im vergangenen Jahr kein Kind im Straßenverkehr ums Leben. In den Altersgruppen der 18- bis 24-Jährigen und der über 65-Jährigen ist die Bilanz „durchwachsen“. Während in der jüngeren Altersgruppe die Zahl der Leichtverletzten um 30 auf 104 sank, erhöhte sich die Anzahl der Schwerverletzten von 15 auf 23. Bei den Senioren gingen die Zahlen leicht zurück. Allerdings starben drei Menschen im Straßenverkehr, zwei waren es 2016.

 Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten im Landkreis Schaumburg ist im Vergleich zum Vorjahr (859) deutlich angestiegen – auf 917. In 388 Fällen konnten die Verursacher ermittelt werden, die Aufklärungsquote liegt damit bei 42 Prozent. Bei 45 Unfallfluchten kamen Personen zu Schaden, 22 Straftäter und somit fast jeder Zweite konnte ermittelt werden.

 

 Verwerflich: Menschen ihrem Schicksal überlassen

 

 „Der erneute Anstieg der Verkehrsunfallfluchten zeigt deutlich, dass die bisherigen Appelle und Maßnahmen keine oder nur wenig Resonanz bei den Fahrzeugführern gefunden haben“, sagt der Inspektionsleiter. Besonders verwerflich sei es allerdings, wenn nach einem Unfall verletzte Personen ihrem Schicksal überlassen werden.

 Bei den Wildunfällen gab es in Schaumburg einen leichten Rückgang. So wurden 540 Wildunfälle polizeilich aufgenommen und damit acht weniger als im Jahr 2016. Die Dunkelziffer sei deutlich höher. jemi