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Aus dem Landkreis Balz nimmt Abschied von seinen Weggefährten
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Balz nimmt Abschied von seinen Weggefährten
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16:05 28.08.2018
"Es lohnt sich, für Europa zu arbeiten" - Burkhard Balz wechselt vom Europaparlament in den Vorstand der Deutschen Bundesbank.
"Es lohnt sich, für Europa zu arbeiten" - Burkhard Balz wechselt vom Europaparlament in den Vorstand der Deutschen Bundesbank. Quelle: göt
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„Es lohnt sich, für Europa zu arbeiten“, zog Balz ein Fazit. Dennoch freue er sich sehr auf die neuen beruflichen Herausforderungen, die er mit „Respekt und Demut“ angehen werde.

„Wenn ich zurückdenke, bin ich mit großer Dankbarkeit erfüllt“, sagte der 49-Jährige. Ihm seien viele spannende Themen anvertraut worden. Zwar habe über die Jahre auch vieles nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt habe – doch das sei „das Wesen der Politik“.

Büro am ersten Tag nicht gefunden

Das erste Mal im Parlament zu sitzen war ein „erhebendes Gefühl“, erinnerte sich Balz. Dabei war der Weg dahin nicht ganz einfach – buchstäblich. Am ersten Tag habe er sein Büro erst gefunden, nachdem ihm nach halbstündiger Suche jemand den Weg gewiesen habe.

Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten ging es jedoch steil bergauf und Balz machte sich international einen Namen – was ihm auch David McAllister, Ausschussvorsitzender für Auswärtige Angelegenheiten der EU, bescheinigte.

Ein "finanzpolitischer Rockstar" in Lettland

Besonders in Lettland halte man große Stücke auf Balz. Dort gelte er als „finanzpolitischer Rockstar“, so McAllister. Doch auch in Straßburg und Brüssel sei er hoch angesehen. „Du bist einfach ein feiner Kerl“, stellte McAllister fest.

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Haushalt und Personal, lobte, dass Balz in kurzer Zeit zu einem Experten in verschiedenen Sektoren geworden ist. „Sein Wort und seine Taten hatten in den letzten neun Jahren großes Gewicht“, sagte er.

Auch Bernd Althusmann, CDU-Landesvorsitzender, bedauerte den Verlust eines „fachlich versierten Kopfes“ für die Partei. „Du trägst Europa im Herzen“, stellte er fest.

Davon, wie es für Europa in den kommenden Jahren weitergehen soll, hatten die drei Gastredner eine genaue Vorstellung. Es brauche eine regelgebundene, faire Handelsordnung, meinte Althusmann. Zudem müssten die Handelsbarrieren über den Atlantik hinweg abgebaut werden. Andernfalls würde Europa „im Konzert der Großen nur eine ganz kleine Geige spielen“.

... dann sei die EU unspaltbar

Oettinger erklärte, dass es einen starken Verbund brauche, wenn die EU wahrnehmbar bleiben wolle. „Wenn uns unsere Werteordnung vorzugswürdig erscheint, und wir andere Menschen davon überzeugen wollen, dann müssen wir dafür kämpfen“, konstatierte Oettinger.

Es lohne sich, für den Erhalt der Werte einzutreten. „Ich träume von einer europäischen Armee“, erklärte er offen. Zunächst müssten aber die Interessen der Mitgliedstaaten auf einen Nenner gebracht werden, nur dann sei die EU unspaltbar. Das europäische Projekt müsse „endlich erwachsen werden“.

Die EU müsse sich auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren, meinte auch McAllister. Eine neue Weltordnung bilde sich. Deshalb sei eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik entscheidend.

von Andrea Göttling