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Aus dem Landkreis Beim vierten "Talk am Topf" trifft Kurkuma auf Kartoffelsuppe
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Beim vierten "Talk am Topf" trifft Kurkuma auf Kartoffelsuppe
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13:28 19.03.2019
Während Susanne Wittkugel kocht, tauschen sich die Podiums-Gäste aus. Quelle: rg
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Vehlen

Schon weit vor Beginn der Veranstaltung hat sich der Saal im Gasthof Vehlen gefüllt, und auch nach „Talk am Topf“ saßen die Besucher noch lange zusammen.Die vierte Ausgabe des Unterhaltungsformats, präsentiert von den Schaumburger Nachrichten und dem Agaplesion Ev. Klinikum Schaumburg sowie dem Gasthof Vehlen, hat den knapp 100 Besuchern einmal mehr gefallen. Unter ihnen waren auch einige „Wiederholungstäter“. Sicher ist: Sie gingen gut gelaunt nach Hause. Das ist auch den Kochkünsten der Hausherrin Susanne Wittkugel zu verdanken. Sie ließ in der Küche im wahrsten Sinne des Wortes nichts anbrennen und bewies, wie gut man mit regionalen und saisonalen Zutaten kochen kann. Mit viel Liebe und einer Prise Kurkuma bezauberte sie die Gäste.

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Durch den Abend führten die beiden Moderatorinnen Verena Gehring, Chefin vom Dienst bei den SN, sowie Redakteurin Tina Bonfert-Thienelt. Großen Anteil am Abend hatte natürlich die Talk-Runde mit breit gefächerten Podiumsteilnehmern.

"Es war auch eine Erleichterung"

Frank von Behren, Ex-Handball-Nationalspieler und heute Geschäftsführer Sport des Handball-Bundesligisten GWD Minden, entlockten die Moderatorinnen das Geständnis: „Als ich mit 32 Jahren aus gesundheitlichen Gründen mit dem Leistungssport aufhören musste, war das auch eine Erleichterung.“ Anschaulich schilderte von Behren die psychischen und physischen Folgen, die Sport haben kann, wenn man ihn auf derart hohem Niveau ausübt.

Dr. Hubertus Finsterwalder, Leiter der Anästhesie im Klinikum Schaumburg, hatte einiges zum Thema „Glück und Gesundheit“ beizutragen, das die Klammer für den Abend lieferte. „Gesundheitssport ist ein riesengroßes Thema“, sagte er. Finsterwalder schwärmte von der Kraft der „Glückshormone“, die Laufen freisetzen kann. „Wenn Herz und Kreislauf maßvoll belastet werden, lacht einen die Umgebung an“, sagte er.

Der Hype ums Cannabis

Dem Gebrauch von Cannabis widmete sich Holger Finkemeier, der die Notaufnahme des Schaumburger Klinikums leitet. Über das Thema wird gern gewitzelt, aber bei Finkemeiers Worten wurde es im Saal still. Deutlich beschrieb er, dass 16-Jährige, die massiv Cannabis konsumieren, als 25- bis 30- Jährige oft mit schweren Psychosen zu kämpfen haben. „Drogensüchtige sind ein Teil des Gewaltproblems, das viele Notaufnahmen haben“, sagte Finkemeier. Seine Mitarbeiter hätten es oft mit Menschen zu tun, die erst aufputschende und dann dämmende Drogen nehmen. „Das ist in etwa so, als wenn ein Autofahrer gleichzeitig auf Gas und Bremse tritt“, sagte Finkemeier.

Erstaunlich nannte Hubertus Finsterwalder die Karriere, die Cannabis in jüngster Zeit als medizinisches Heilmittel gemacht hat. „Die Zulassung verlief sehr schnell und unkompliziert“, wunderte er sich. Finsterwalder sprach sich nicht grundsätzlich dagegen aus, Cannabis zur Bekämpfung von Schmerzen einzusetzen, warnte aber davor, es als Allheilmittel zu sehen.

Ein Patentrezept zum Glücklichwerden hatte die Diplom-Psychologin Lea Dohm nicht in der Tasche, aber sie benannte fünf Säulen, die ihrer Meinung nach wichtig sind: Familie, Beziehung, Hobby, Arbeit und Freundschaft. „Die Säulen mögen unterschiedlich kräftig sein, aber zusammen können sie für Ausgeglichenheit sorgen“, sagte Dohm.

Sie selbst müsse als Psychologin sorgsam darauf achten, dass die Probleme, die sie in den Sprechstunden wälzt, nicht in ihr Privatleben schwappen.

„Wie viele Kollegen mache ich Selbsttherapie, damit sich dunkle Flecken gar nicht erst entwickeln können.“

Mehr als nur Kochen

Marlies Hasemann, Vorsitzende der Landfrauen in Schaumburg, erzählte davon, wie erfolgreich Landfrauen in Schulen Kochkurse anbieten. „Genau so wichtig ist es, wenn wir mit Kindern auf die Höfe gehen, damit sie sehen, wo Lebensmittel herkommen.“ Zum Thema „Glück“ riet Hasemann: „Einmal am Tag sollte die Familie gemeinsam essen – das muss drin sein.“

Apropos: Wie zu jedem „Talk am Topf“ kochte Susanne Wittkugel vom Gasthof Vehlen parallel zu den Gesprächen. Sie nahm das Publikum immer wieder bei den einzelnen Schritten mit und erklärte, was beim Einsatz von Kurkuma alles zu beachten ist. Die Ergebnisse bekamen die Besucher zur Verkostung. Unter anderem genossen sie Kartoffelsuppe mit Kurkuma, Orangenhühnchen mit Radiccio-Salat und Pasta mit Linsen-Bolognese. Die einhellige Meinung im Publikum: „Das hat geschmeckt.“

von Arne Boecker