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Aus dem Landkreis Bückeburger machen das Rennen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Bückeburger machen das Rennen
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22:33 29.03.2019
Schaumburgs Beste: Die Sportler des Jahres beim großen Gruppenbild. Die Ehrengäste Sabrina Hering-Pradler (vorne, rechts) und Dalibor Doder helfen bei der Siegerehrung. 
Schaumburgs Beste: Die Sportler des Jahres beim großen Gruppenbild. Die Ehrengäste Sabrina Hering-Pradler (vorne, rechts) und Dalibor Doder helfen bei der Siegerehrung.  Quelle: rg
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Bückeburg

Bei den Frauen gelang erwartungsgemäß Weitspringerin Merle Homeier vom VfL Bückeburg der weiteste Satz in der Wertung. Mannschaft des Jahres sind die American Footballer der Schaumburg Rangers.

Die Sieger der von der Sparkasse Schaumburg, dem Kreissportbund und den drei Schaumburger Tageszeitungen durchgeführten Wahl wurden gestern Abend im festlichen Rahmen während der Schaumburger „Nacht des Sports“ im Bückeburger Rathaussaal gekürt. Die Moderatoren Jörg Nitsche (Sparkasse) Guido Scholl (SN) führten in gewohnter Manier durch einen für die Sportler perfekt vorbereiteten Abend. Als Talk-Gäste bereicherten Handball-Profi Dalibor Doder (GWD Minden) und Weltklasse-Kanutin Sabrina Hering-Pradler den Abend.

„Weit über 5000 Stimmen wurden bei der Wahl abgegeben, das ist neuer Rekord“, freute sich Nitsche. Alle Nominierten dürften stolz auf ihre Leistungen sein. Welchen Stellenwert die Veranstaltung inzwischen hat, zeigt das Beispiel Kirsten Hilbig. Die Dritte des Vorjahres holte am Donnerstag bei den Weltmeisterschaften im Winterwurf Gold in Polen und saß gestern Abend im Publikum: „Wir haben uns beeilt, das wollten wir uns hier nicht nehmen lassen“, sagte Hilbig.

Luna Bulmahn übergibt die Pokale

Nach den Video-Einspielern ging es los, die Damen durften als Erste auf die große Bühne des Schaumburger Sports. Vorjahressiegerin Luna Bulmahn übergab die Pokale. Merle Homeier hatte den Titel bereits 2013 abgeräumt. Trotz der Wahl zur Sportlerin des Jahres mache sie sich noch keine Gedanken über die Olympischen Spiele, scherzte Homeier. „Ich versuche, im Frauenbereich Fuß zu fassen“, berichtete die Weitspringerin. Zweite wurde Bogenschützin Lea Marie Schweer von der SG Hagenburg-Altenhagen vor Annika Schendler, die im Taekwondo für das Redfire-Kampfsportteam aus Bad Münder startet. Für Schendler ist es ein erfolgreiches Wochenende, am Sonntag fliegt sie zu den Europameisterschaften in die Türkei.

Bei den Männern setzte sich Jobst von Palombini durch, der in seinem Leben als Erwachsener bereits mehr als 107000 Kilometer gelaufen ist. „Den ersten Marathon in Springe habe ich abbrechen müssen, dennoch muss das etwas in mir ausgelöst haben“, sagte der Sieger. Auf den Plätzen landeten die Kampfsportler Luca Harmening (Judo, Obernkirchen Raptors) und Tim Domine (Ju-Jutsu, TuS Germania Apelern.

In der Kategorie Mannschaft des Jahres wurde es eng auf der Bühne. Die Schaumburg Rangers freuten sich über die Auszeichnung. „American Football wird immer beliebter, ist ein richtiger Familiensport“, erklärte Headcoach Heino Röwer. Auch die Regeln seien gar nicht so kompliziert. Die Rasensportler setzten sich gegen die Halle durch: Zweiter wurden die Handballer der HSG Schaumburg Nord vor der gemischten Bandminton-Spielgemeinschaft aus Eilsen/Bückeburg/Pyrmont.

Olympische Erinnerungen in Schaumburg

Für reichlich Lacher bei der „Nacht des Sports“ haben die beiden Ehrengäste gesorgt. Mit dem Handball-Profi vom Bundesligisten GWD Minden, Dalibor Doder, und der Kanutin Sabrina Hering-Pradler waren gleich zwei Gewinner von olympischen Silbermedaillen zu Gast.

Wie auch viele der Schaumburger Sportler hob sowohl Hering-Pradler als auch Doder die Olympischen Spiele als das Beste, was ein Sportler in seiner Karriere erreichen kann, hervor. Beide verbinden aber ganz unterschiedliche Erinnerungen damit.

Für Hering-Pradler ging es 2016 mit dem deutschen Kanu-Nationalteam nach Rio de Janeiro. Außer der Silbermedaille brachte die Kanutin noch ein ganz anderes Schmuckstück mit nach Hause – einen Verlobungsring. Direkt nach ihrem Wettkampf hatte ihr Mann damals um ihre Hand angehalten. „Ich hatte 2012 im Fernsehen einen Antrag nach Schwimmwettkämpfen gesehen und mir das auch gewünscht. Mein Mann hat aber nicht daran geglaubt, dass ich wirklich mal zu Olympia fahre“, so die Sportlerin. Schade sei jedoch, dass sie von Rio de Janeiro kaum etwas gesehen hat. „Ich weiß aber von meinem Mann, dass die Copacabana sehr schön ist – und die Frauen dort auch“, witzelte die Sportlerin.

Dalibor Doder, der mit der schwedischen Handballnationalmannschaft den zweiten Platz in London 2012 belegte, erinnert sich besonders gern an sein Treffen mit der Tennisspielerin Serena Williams. Er habe sie abends auf der Straße getroffen. „Sie wollte unbedingt einen Pin von Schweden haben. Ich hatte leider keinen, wollte ihr aber den nächsten Tag einen geben“, so Doder. Leider habe er sie daraufhin nie wieder gesehen. Sein Erinnerungsfoto von dem Abend sei aber bis heute auf seinem Handy.

Doder ließ das Publikum zudem schmunzeln, als er zugab, dass das Laufen im Profi-Handball mit seinen 39 Jahren mittlerweile „nicht mehr so mein Ding ist“. Die Leistung des Schaumburger Sportlers des Jahres, Jobst von Palombini, konnte er daher nur mit einem „Chapeau!“ bedenken.

uk, isa