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Aus dem Landkreis Carsten Ruhnau ist neuer Vorsitzender der SPD Schaumburg
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Carsten Ruhnau ist neuer Vorsitzender der SPD Schaumburg
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00:18 02.04.2019
Carsten Ruhnau (links) folgt an der Spitze der Schaumburger SPD auf Karsten Becker. Quelle: ab
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Stadthagen/Landkreis

Ruhnau ist vor zwölf Jahren aus der Region Hannover zugezogen und arbeitet als Lehrer am Gymnasium Ernestinum. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. In die SPD ist er 1995 eingetreten, vor zwei Jahren wurde er Stellvertreter von Karsten Becker im Unterbezirk Schaumburg, nachdem er vorher schon zahlreiche Funktionen in der SPD innegehabt hatte. Unter anderem hat er in den Wahlkampfteams von Karsten Becker (Landtag), Jörg Farr (Landkreis) und Thomas Priemer (Rinteln) mitgearbeitet, außerdem hat er die Fusion der zehn Rintelner Ortsvereine begleitet. Organisation sei wichtig, sagte Ruhnau, „aber es ist sicher so, dass unsere inhaltliche Arbeit stärker werden“. Sonderparteitage zu bestimmten Themen könnten ein Instrument sein, um dies zu erreichen.

Die Wiederwahl von Landrat Jörg Farr stellte Karsten Becker in seinem letzten Rechenschaftsbericht besonders heraus. Farr sei „ein Landrat zum Anfassen, verbunden mit hoher Kompetenz“. Die SPD freue sich über Farrs Erfolg, stecke sich diesen Erfolg aber nicht unbedingt ans Revers, sagte Becker: „Das ist ein ganz persönlicher Erfolg für Jörg.“

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Becker verteidigt Kita-Beitragsfreiheit

Einigen SPD-Funktionsträgern schrieb Becker - auch Landtagsabgeordneter - ins Stammbuch, doch bitte nicht den Erfolg zu zerreden, den die Landesregierung seiner Meinung nach bei der Kinderbetreuung erzielt hat. Hintergrund: Viele Bürgermeister stöhnen, weil die Landesregierung ihnen nicht in voller Höhe die Einnahmen ersetzt, die sie früher über die Beiträge bekommen haben. „Für solche Fälle hat die Landesregierung einen Härtefallfonds eingerichtet“, sagte Becker. „Die Beitragsfreiheit für die Eltern ist ein herausragender Erfolg der SPD“, fuhr er fort, „die finanzielle Hürde, Kinder in die Kita zu geben, ist für alle Eltern weg - darauf sollten wir stolz sein.“ Nach Beckers Worten werden Eltern um etwa 3600 Euro pro Jahr entlastet: „Das bringt Bildung für alle und im übrigen auch eine nennenswerte Steigerung der Kaufkraft.“

Sechs Forderungen für "Zukunft der Arbeit in Schaumburg"

Zentrales Thema auf dem Parteitag des Unterbezirks, der alle zwei Jahre ausgetragen wird, war der digitale Wandel. „Zukunft der Arbeit in Schaumburg – Aus technologischer Entwicklung sozialen Fortschritt für alle machen“ stand über dem Leitantrag des Vorstands. Für Schaumburg stellen die Sozialdemokraten sechs Forderungen auf:

  • Eine „öffentliche Weiterbildungs-Agentur Schaumburg“ koordiniert und verbessert alle Angebote, die unter anderem Volkshochschule, Jobcenter und Betriebe machen. Träger der Agentur ist der Landkreis Schaumburg.
  • Der Landkreis als großer Arbeitgeber geht mit gutem Beispiel für die Betriebe voran, was „Modelle für Bildungsteilzeit“ angeht.
  • Die digitale Infrastruktur an den Landkreis-Schulen wird „qualitativ weiterentwickelt“.
  • Die Einrichtungen der Kinderbetreuung wird „bedarfsgerecht weiterentwickelt“. Der „flächendeckende Ausbau der Infrastruktur für Kommunikations- und Informationstechnologie“ ermöglicht flexibleres Arbeiten („Home Office“), das die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert.
  • Co-Working Spaces verbinden kreative und innovative Ideen miteinander. Ein Co-Working Space in öffentlicher Hand verbessert die Kooperation mit Wirtschaft und sozialen Organisationen.
  • Das Glasfaser-Netz wird auf der „letzten Meile“ ausgebaut, die vom Verteilerzentrum zu den Hausanschlüssen führt. Das 5G-Netz wird schnell und flächendeckend errichtet: „Der derzeitige Breitband-Ausbau in Schaumburg kann nur ein erster Schritt sein.“

Von Arne Boecker