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Aus dem Landkreis DIY Mundschutz-Anleitung: Wer kann Schutzmasken nähen?
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis DIY Mundschutz-Anleitung: Wer kann Schutzmasken nähen?
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15:25 24.03.2020
Mitarbeiterinnen des ASB haben bereits begonnen Masken zu nähen, doch es werden sehr viele benötigt. Quelle: ASB Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg
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In Zeiten der Corona-Krise sind Atemschutzmasken zu einem seltenen und wertvollen Gut geworden. Selbst die einfachen Einmal-Schutzmasken sind kaum noch zu bekommen – sehr zum Leidwesen der Fahrer von Krankentransporten, wie zum Beispiel den lebensnotwendigen Dialysefahrten.

Schutz für andere

„Unsere Patienten sind nicht infiziert, sondern gesundheitlich eingeschränkt. Um sie und auch unsere Fahrer vor einer Ansteckung zu schützen, benötigen wir dringend Schutzmasken“, erklärt Jens Meier, ASB-Kreisgeschäftsführer. Da die Masken derzeit nicht zu bekommen sind, hofft der ASB auf Hilfe der Bevölkerung: „Wir würden uns freuen, wenn fleißige Näherinnen und Näher Schutzmasken anfertigen könnten, die wir dann an die Helfer verteilen“, sagt Meier

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Mitarbeiterinnen des ASB haben bereits begonnen Masken zu nähen, doch es werden sehr viele benötigt. Sie sollten aus reiner Baumwolle bestehen, damit sie bei 60 Grad gewaschen werden können. Der Landesverband des Deutschen Hausärzteverbandes hat eine Nähanleitung bereit gestellt, die auf den Fotos zu sehen ist.

Experte: Mundschutz selbst nähen ist keine abwegige Idee

Mundschutz ist vielerorts knapp, also nähen manche Menschen selbst: Völlig abwegig ist das aus Expertensicht nicht. Wenn jemand beim Tragen eines solchen Mundschutzes ein gutes Gefühl habe, könne man das ruhig machen, sagte der Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten. Er räumte jedoch mit einem häufigen Irrtum auf: "Man denkt immer, man schützt sich selbst mit der Maske, in Wirklichkeit schützt man aber andere."

Infektionsausbreitungen im Nahbereich werden verringert

Bei feuchter Aussprache etwa könne auch ein einfacher Mundschutz grobe Tröpfchen des Mundschutz-Trägers abhalten. Das Einatmen eines mittelgroßen Aerosols, das gerade in der Luft stehe, werde aber wahrscheinlich nicht dadurch abgehalten. Müsste aus gesellschaftlichem Druck heraus jeder eine Maske tragen, dann fange die Maßnahme an sehr viel Sinn zu machen: Dann sei zu erwarten, dass eine Infektionsausbreitung, allerdings nur im Nahbereich, etwas verringert werde, so Drosten.

FFP3-Masken bieten belegbaren Infektionsschutz

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann das Tragen einer Maske ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, so dass etwa eine gute Händehygiene vernachlässigt werde. Drosten bekräftigte, dass es keine wissenschaftlichen Daten für die Wirkung einfacher chirurgischer Masken und sogenannter FFP2-Schutzmasken gebe. FFP3-Masken hingegen schlössen ganz dicht am Gesicht ab und hätten belegbar einen Infektionsschutz für solche Arten von Viren. 

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Auch aus diesem Grund ist selbstgenähte Schutzkleidung nur wenig hilfreich für Ärzte oder Krankenschwester beim Umgang mit Corona-Patienten. Sie können aber die fehlenden Schutzmasken in anderen Bereichen, wie beispielsweise der ASB gut ersetzen. 

Eine kleine Nähanleitung

  • großes Stofftuch anzeichnen und ausschneiden (circa 17 mal 35 Zentimeter)
  • Stofftuch zur Hälfte falten und bügel
  • in das Stofftuch 3 gleichmäßig verteilte Falten bügeln
  • Zwei 90 Zenitmeter lange und 2 Zentimeter breite Streifen für die Kopfbänder und zwei 17 Zenitmeter lange und 2 Zenitmeter breite Streifen für die Kantenverstärkung aus Baumwollstoff ausschneiden und falls nötig versäuberna
  • alle vier Streifen zur Hälfte bügeln
  • Stofftuch oben und unten in die Kantenverstärkungen einlegen
  • am Oberteil einen Draht in die Kantenverstärkung einlegen
  • dann das Stofftuch einfassen
  • Im nächsten Schritt die Kantenverstärkungen feststecken und vernähen
  • dann die eingebügelten Falten des Stofftuchs zusammenlegen und mittig auf beiden Seiten in die Kopfbänder einlegen
  • Kopfbänder feststecken und dann vernähen.

Wirksamkeit

Dieser Mundschutz wird komplett selbst gefertigt, er ist weder geprüft noch zertifiziert. Er dient nur als sinnvolle Alternative, wenn keine Mund- und Nasenschutzmasken mehr zu bekommen sind. Die Herstellung und Benutzung ist eigenverantwortlich.

ASB Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg wartet auf Unterstützung

Auch ein Exemplar einer selbst genähten Maske, sowie eine Einmal-Schutzmaske sind als Beispiele auf den Fotos zu sehen. Die Masken können beim ASB Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg in der Siegfried-Lehmann-Straße 5-11 in Barsinghausen abgegeben werden. Bei Fragen können sich die Unterstützer beim ASB telefonisch unter (0 51 05) 770 00 41 melden. r,wel,dpa,ASB

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