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Aus dem Landkreis Der Raps blüht nicht, wie er soll
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Der Raps blüht nicht, wie er soll
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19:26 21.05.2018
Für den Laien leuchten die Rapsfelder wie immer. Landwirte wie Christian Schweer jedoch beklagen Knospenverluste.
Für den Laien leuchten die Rapsfelder wie immer. Landwirte wie Christian Schweer jedoch beklagen Knospenverluste. Quelle: rg
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Die Landwirte blicken besorgt auf ihre Felder, denn an zahlreichen Pflanzen haben sie teilweise massive Knospenverluste festgestellt – eine sogenannte Knospenwelke. Auch im Landkreis ist dieses Phänomen laut Kreislandwirt Dieter Wilharm-Lohmann aufgetreten.

Raps-Desaster begann schon im Herbst

Die Knospenwelke sorgt dafür, dass der Raps nur kurz blüht und die Blüten vorzeitig abfallen. Außerdem bleibt der Schotenansatz an diesen Stellen aus. „Bisher gibt es noch keine gesicherte Erklärung dafür“, sagt Wilharm-Lohmann. Ziemlich sicher habe das Raps-Desaster seinen Ursprung jedoch schon im vergangenen Herbst. Da habe der Dauerregen dafür gesorgt, dass die Felder unter Wasser standen. Die Saat sei regelrecht ertrunken und verfault. Diese Bodenverdichtung könnte dafür verantwortlich sein, dass die Blüte nicht so intensiv war wie in den vergangenen Jahren.

Frost im März, Hitze im April

Problematisch sei zudem der Frost im März gewesen, der die Pflanzen geschädigt habe. „Wir hatten eisigen Ostwind bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt“, so Wilharm-Lohmann. Die Pflänzchen, die die Strapazen überstanden hatten, sind an den heißen Apriltagen in die Höhe geschossen. „Über die Ursache wird noch viel spekuliert“, sagt Schaumburgs Kreislandwirt.

Er berichtet, dass etliche Landwirte ihre Schläge komplett umgebrochen hätten, um beispielsweise noch rasch Mais anzupflanzen. Damit bestehe die Chance auf eine Ernte im Sommer.

Ernte wird geringer ausfallen

Wilharm-Lohmann schätzt, dass in Schaumburg zehn bis 20 Prozent der Ackerflächen mit Raps bewirtschaftet sind. Auch wenn erst nach der Ernte abgerechnet werde, könne schon jetzt gesagt werden, dass die Ernteerträge in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen.

Das gilt auch für den Schaumburger Landwirt Christian Schweer. Einen Umbruch konnte er zwar vermeiden, aber auch er rechnet mit deutlichen Ernteeinbußen. „Die Schwelle liegt extrem hoch, sich für einen Umbruch zu entscheiden“, so Schweer. Schließlich habe jeder Landwirt schon einiges dafür investiert. Der Experte vermutet ebenfalls, dass es sich bei dem diesjährigen Phänomen nicht um eine Krankheit der Pflanzen handelt, sondern um eine Wachstumsschwäche aufgrund der extremen Wetterbedingungen.

Der Landwirt selbst habe solch eine Ernte mit wenigen Blüten noch nicht erlebt. Und das, obwohl er seit mindestens 20 Jahren Raps anbaut. Er hofft, dass sich die ungünstigen Wetterfaktoren so schnell nicht wiederholen. Vor allem die Niederschlagsmengen im vergangenen Sommer und Herbst seien extrem für die gesamte Landwirtschaft gewesen. jemi