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Aus dem Landkreis Erweiterung geplant
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Erweiterung geplant
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18:27 22.05.2018
Der Naturpark Steinhuder Meer soll um etwa ein Fünftel seiner Größe erweitert werden.
Der Naturpark Steinhuder Meer soll um etwa ein Fünftel seiner Größe erweitert werden. Quelle: ano
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Der 1974 gegründete Naturpark Steinhuder Meer liegt in der Trägerschaft der Region Hannover. Die Landkreise Schaumburg und Nienburg sind Partner. Daher ist deren Zustimmung zum Naturparkplan erforderlich. Bei diesem handelt es sich um die erste Neufassung seit dem Jahr 1988.

Der Naturpark umfasst 31 000 Hektar, zehn Prozent davon liegen im Landkreis Schaumburg. Die Einrichtung hat fünf hauptamtliche Mitarbeiter und verfügt über einen Jahresetat von 800 000 Euro. Dazu steuert der hiesige Landkreis 6000 Euro bei. „Das kostet uns wenig und wir profitieren davon“, kommentierte Ausschussvorsitzender Henning Dormann (WGS).

Der Naturschutzplan habe „keine Bindungswirkung nach außen und übt keine Restriktionen aus“, erläuterte im Ausschuss Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt bei der Region Hannover. Er stelle keinen Tourismus- oder Naturschutzplan dar oder ersetze gar die Bauleitplanung. Er enthalte auch keine festen Beschlüsse zu konkreten Projekten. Der etwa 200 Seiten umfassende Plan gebe vielmehr „als unverbindlicher Fachplan den Handlungsrahmen für die Naturparkverwaltung, die Region und die beiden Landkreise“ für die kommenden zehn Jahre vor. Er stelle somit „einen Orientierungsrahmen“ für die regionale Entwicklung im Naturpark dar, so Papenfuß. Er diene in diesem Sinne Politik und Verwaltung als Entscheidungshilfe.

Konflikt um Wassersport

Zahlreiche Einrichtungen hatten in der letzten Phase der Erarbeitung Stellungnahmen abgegeben. Nach Kritik unter anderem von der Steinhuder Meer Tourismus GmbH war die eigenständige Rolle des Wassersports für die Entwicklung des Naturparks noch einmal deutlicher herausgearbeitet worden. Es war kritisiert worden, dass der Wassersport vor allem als Bestandteil von Konflikten mit dem Naturschutz dargestellt wurde. Ähnliches gelte auch für die Rolle des Tourismus.

„Im Plan werden die Konflikte zwischen Wassersport und Tourismus mit dem Naturschutz nun nicht verschwiegen, aber auch nicht in den Vordergrund gerückt“, erklärte Papenfuß. Der Plan enthalte Anregungen, „die Konflikte weniger als Problem und viel mehr als Chance zu sehen“. Ohnehin habe sich im Prozess der Erarbeitung des Plans ergeben, „dass die Beteiligten mittlerweile mehr miteinander als übereinander reden“, stellte Papenfuß heraus. Es werde „auch weiterhin eine große Aufgabe sein, zwischen den Interessen von Wassersport, Tourismus und Naturschutz abzuwägen“, warf Dagmar Hansing (SPD) ein.

Teil des Plans ist nach Darstellung von Hansing auch der Vorschlag für die Erweiterung der Naturpark-Fläche um 35 Prozent. Darunter würden auch Areale der Stadt Sachsenhagen inklusive der Wildtierstation fallen