Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Gründung zweiter IGS-Oberstufe wird geprüft
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Gründung zweiter IGS-Oberstufe wird geprüft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:03 18.11.2018
Anzeige
Landkreis

Das Ergebnis der Befragung soll bereits im kommenden Frühjahr vorliegen. Das würde – einen entsprechenden Bedarf vorausgesetzt – theoretisch die Einrichtung einer kreisweit zweiten IGS-Oberstufe zum Schuljahr 2020/21 ermöglichen. Befragt werden sollen die Eltern der Schüler der Jahrgänge 7 bis 9 an den Sekundarstufen I im Landkreis.

Hintergrund des Vorstoßes ist ein Antrag der Gruppe WIR/Die Linke. Dieser zielt auf Einrichtung einer zweiten IGS-Oberstufe zum Schuljahr 2020/21, und zwar am Standort Rodenberg. Nach den Worten von Gruppensprecher Richard Wilmers sprechen vor allem drei Gründe dafür.

Zum einen sei die kreisweit bisher einzige IGS-Oberstufe in Stadthagen zu groß, zweitens seien für einige Schüler im Landkreis die Anfahrtswege dorthin viel zu lang und drittens stünden die Forderungen der IGS Rodenberg sowie der dortigen Samtgemeinde nach einer Oberstufe im Raum.

Laut Dezernentin geben die Schülerzahlen eine zweite IGS-Oberstufe nicht her

Nach Darstellung von Kreisschuldezernentin Katharina Augath geben aber die vom Schulamt erhobenen Schülerzahlen in den Sekundarstufen I des Landkreises die Einrichtung einer zweiten IGS-Oberstufe nicht her.

Die vom Schulgesetz verlangte Voraussetzung sei nämlich, dass für eine Zeit von zehn Jahren eine Mindestschülerzahl von 54 gewährleistet sein muss. „Das ist auf der Grundlage der erhobenen Daten nicht darstellbar“, sagte Augath. Sie stellte aber die Möglichkeit einer Elternbefragung in den Raum, um eine genaue Bedarfsanalyse herzustellen.

Darauf gingen SPD, CDU und WGS sofort ein. Eine Elterbefragung sei sinnvoll, um eine letzte Sicherheit zu gewinnen, erklärten übereinstimmend Dagmar Hansing (SPD), Heiko Tadge (CDU) und Siegbert Held (WGS). Auch Wilmers stimmte dem Verfahren zu.

In der Debatte wurden Zweifel daran geäußert, ob eine zweite IGS-Oberstufe sinnvoll wäre. So betonte Tadge, als Folge einer solchen Einrichtung sei ein Aderlass an den Oberstufen von Gymnasien zu befürchten: „Das könnte zu einer Abwanderung führen.“ Zudem arbeite die große IGS-Oberstufe in Stadthagen richtig gut. Dort sei aufgrund der hohen Schülerzahl eine gute Auswahlmöglichkeit an Fächerkombinationen gegeben.

Die CDU würde den Antrag von WIR/Die Linke am liebsten gleich ablehnen, so Tadge, aber: „Um des lieben Friedens willen stimmen wir der Elternbefragung zu.“ Wilmers entgegnete daraufhin, dass die CDU bei IGS-Themen stets die Sorge um die Gymnasien ins Feld führe, sei „rein ideologisch begründet“.
Hansing führte ins Feld, der SPD gehe es „mehr um Qualität als um Quantität“. Die Qualität sei an der IGS-Stadthagen aufgrund der breiten Angebotspalette gegeben. Bei einer zweiten Oberstufe müsse die Schülerzahl hoch genug sein, um eine attraktive Angebotsstruktur zu gewährleisten, so Hansing. Stefan Rothe