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Aus dem Landkreis Hängepartie bis in die Nacht
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Hängepartie bis in die Nacht
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22:32 07.06.2009
CDU-Kandidat Burkhard Balz muss bangen, ob es für ihn zum Einzug ins EU-Parlament reicht. Quelle: privat
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Kreis Schaumburg. Dass sich regionale Ergebnisse bei Europawahlen kaum vom Bundestrend unterscheiden, hat sich gestern in Schaumburg erneut bewahrheitet. Nur um ganz wenige Zehntel weichen die Gewinne und Verluste vor Ort von denen im Bund ab.

Die Wahlbeteiligung kletterte zwar im Vergleich zur EU-Wahl 2004 kreisweit um 1,5 Prozentpunkte auf 41,1 Prozent. Sie blieb aber erneut unter dem ohnehin sehr niedrigen Bundesschnitt (42,1 Prozent).
Die CDU (36,0 Prozent) wurde trotz heftiger Verluste in Schaumburg erneut stärkste Partei und speckte mit minus 5,7 Prozentpunkten etwas weniger ab als im Bund (minus 6,4). Mit dieser Differenz zeigte sich Balz „zufrieden“, bei einer reinen Listenwahl dürfe man „den Personenfaktor ohnehin nicht überbewerten“, auch nicht im heimischen Beritt. Der Schaumburger SPD-Chef Karsten Becker äußerte mit Blick auf diese Zahlen hingegen: „Der Schaumburger CDU ist es offenkundig nicht gelungen, mit der Balz-Kandidatur einen positiven Effekt zu erzielen.“

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Die SPD landete in Schaumburg bei 32,9 Prozent (genau wie im Bund minus 0,6). Die Grünen legten um 0,3 Prozentpunkte zu und erzielten 10,7 Prozent. Die FDP gewann zwar nicht ganz so stark wie im Bund (plus 4,8), sprang aber mit plus 3,5 Prozentpunkten auf jetzt 9,5 Prozent. Die Linke verbuchte 3,4 Prozent.
Dem Schaumburger CDU-Vorsitzende Klaus-Dieter Drewes entfuhr als erster Kommentar: „Leider Gottes hat der Bundestrend bei uns durchgeschlagen.“ Er habe sich ein besseres Ergebnis gewünscht. Umso erfreulicher sei aber, dass die Union sich bei EU-Wahlen weiterhin als kreisweit stärkste Kraft behauptet habe. Die problematische Agrarpolitik der EU habe offenkundig bei Landwirten Stimmen gekostet, bemerkte Drewes mit Blick auf sehr hohe Verluste der Union etwa im Auetal. „Sehr enttäuscht“ zeigte sich Drewes von der geringen Wahlbeteiligung: „Das muss uns allen zu denken geben.“

Für die Schaumburger SPD räumte Becker ein, diese habe ihr Ziel, vor Ort wieder stärkste EU-Partei zu werden, verfehlt. Im Vergleich zum „nicht befriedigenden“ SPD-Bundesergebnis habe die Schaumburger SPD das Resultat von 2004 „aber immerhin auf einem deutlich höheren Niveau bestätigt“. Und das, obwohl man es mit einem örtlichen CDU-Kandidaten zu tun gehabt habe. Hier sei also „eine klare Schadensbegrenzung“ gelungen.

Thomas Künzel, Vorsitzender der Schaumburger Grünen, zeigte sich „zufrieden, dass wir das hohe Ergebnis von 2004 halten konnten“. Trotz der FDP-Zugewinne blieben die Grünen hier dritte Kraft. Die Wähler würden „die grüne EU-Begeisterung honorieren“.

„Ausgesprochen positiv“ zeigte sich der hiesige FDP-Chef Paul-E. Mense über das „prima Plus“ der Liberalen. Sorge müsse allen Parteien aber die „verbreitete Anti-Europa-Stimmung“ bereiten. Stefan Rothe