Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Hochwasser werden mehr: Kommunen sorgen vor
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Hochwasser werden mehr: Kommunen sorgen vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:43 16.04.2019
Überschwemmte Straße in Rodenberg: Grundstücksbesitzer sollten im Zweifel einen Fachmann zurate ziehen.  Quelle: Archiv
Landkreis

Stadthagen: Politik und Verwaltung der Kreisstadt bemühen sich seit Jahren um einen effektiven Hochwasserschutz. Voran geht es damit nur schleppend. Betroffen ist vor allem die Weststadt. Das Gewässer, das bei länger anhaltendem Regen über die Ufer tritt, ist der Krumme Bach.

Samtgemeinde Rodenberg: Zwischen Deister, Süntel und Bückeberg ist Arno Fatzler für den Hochwasserschutz zuständig. Bereits seit fünf Jahrzehnten sei die Stadt Rodenberg hier aktiv, die umliegenden Gemeinden seit drei. Für den Fall der Fälle wurden Rückhaltebecken, Spundwände und Pumpen installiert. Aber: „Die Kanalisation kann nicht alles wuppen.“
Fatzler spricht von „partiellen Ereignissen“. In Feggendorf könne es schütten, während in Rodenberg nur ein paar Tropfen fallen. Die Hanglagen an den Bergketten seien aber prädestiniert für kaum zu fassende Regenmassen. „Dort bleiben oft Wolken hängen, die sich irgendwann schlagartig entladen“, sagt der Experte.
Grundstücksbesitzer sollten zur Not einen Fachmann zurate ziehen. „Das fängt beim Sichern von Treppenabgängen und der Lage der Fenster an.“ Nicht immer liege die Schuld bei der Stadt oder der Gemeinde. Die Bewohner müssten auch eigene Vorkehrungen treffen.

Bückeburg: Die Stadt am Harrl hinkt beim Hochwasserschutz hinterher, gesteht Verwaltungsmitarbeiter Björn Sassenberg. „Unbedingt“ müsse die Ex-Residenz dieses Thema aber angehen.
Bisher sei lediglich im Ortsteil Rusbend die Feuerwehr mit Spezialgeräten für den Kampf gegen das Wasser ausgestattet. Allerdings, gibt Sassenberg zu bedenken: Überschwemmungen träten in Bückeburg zumeist dort auf, wo kaum jemand wohnt. Zu diesen gefährdeten Gebieten zählte zum Beispiel die Bückeburger Aue hinter dem Bahnhof. Auch der Schlossbach trete ab und zu über die Ufer. Bisher sei dabei allerdings kaum etwas passiert. Entsprechend müssten Politik und Verwaltung abwägen, ob sich kostspielige Gutachten, wie sie dem Hochwasserschutz vorausgehen, überhaupt lohnen.

Probleme an den Hanglagen entlang des Harrls seien ihm nicht bekannt, sagt Sassenberg. In der Innenstadt könnte aufgrund der flächendeckenden Bodenversiegelung durch dichte Bebauung die Hochwassergefahr aber steigen. Sassenberg rät zur Sorgfalt bei der Planung von Neubauten, angefangen „beim Errichten eines höher gelegenen Eingangsbereiches“.

Rinteln: Die größte Stadt im Landkreis kämpft vor allem im Zusammenhang mit der Weser gegen Hochwasser. Zwei Konzepte befinden sich nach Angaben von Baudezernent Stefan Eggert-Edler in Arbeit. Eines davon beinalte Organisatorisches wie zum Beispiel Alarmpläne für die Feuerwehr. Es soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden.
Das andere Konzept ist ein bauliches und muss, so Eggert-Edler, noch angestoßen werden. Dabei geht es etwa um die Frage, in welchen Bereichen Dämme errichtet werden sollen. Als Teil kurzfristiger Lösungen gibt es in Rinteln eine mobile Hochwasserschutzwand, der Bauhof verfügt zudem über eine Sandsack-Füllmaschine, die im Notfall schnell zum Einsatz kommen kann.

Von Lena Probst und Juliane Schwarz