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Aus dem Landkreis Honig wird teurer
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Honig wird teurer
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20:25 10.05.2017
Marlis und Jürgen Bülow überprüfen die Waben und den Zustand ihrer Bienen. Quelle: jemi
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LANDKREIS

„Der März war dagegen sehr warm und die Bienen wurden entsprechend früh aktiv“, berichtet Jürgen Bülow, Imker aus Wendthagen. Die Märzwärme habe dementsprechend dafür gesorgt, dass sich die Völker bereits vermehrten. Der kalte April habe dann jedoch zur Stagnation geführt, das Potenzial konnte nicht genutzt werden. Einige Pflanzen hätten es bei den kühlen Temperaturen ebenfalls schwer. „Unser Walnussbaum steht seit 43 Jahren in unserem Garten. In diesem Jahr ist die Blüte zum ersten Mal im April erfroren“, hat Ehefrau Marlis Bülow beobachtet. Die Wendthäger Imker finden den jetzigen Verlauf aber noch nicht alarmierend. Es könne sich noch alles einrenken, wenn die Temperaturen konstant steigen.

Anna-Lisa Giehl von der Schaumburger Waldimkerei in Reinsen berichtet von „dem schlechtesten Frühjahr“, den sie in den vergangenen 20 Jahren erlebt habe. Sie hoffe auf zahlreiche Flugtage der Bienen in den kommenden Wochen, damit es doch noch einige Frühlingserträge zu verzeichnen gebe. Bisher sei der Honig praktisch auf einem Nulllevel.

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Bienen mit Sirup zufüttern

Das Trachtangebot im Schaumburger Land ist laut der hiesigen Imker durchaus groß. Schließlich gebe es zahlreiche Rapsfelder. Der Raps stelle die wichtigste Frühlingsblüte für die Bienen dar. „Wegen der kühlen Temperaturen blüht er in diesem Jahr sicher eine Woche länger“, meint Giehl. Aber auch Obstbäume wie Apfel, Kirsche oder Birne seien wichtige Anlaufstellen für die Bienen. Die seien langsam verblüht. Gerade für eher schwache Völker sei die Kälte schwierig zu verkraften. Wenn die Reserven der Völker zuneige gingen, sei es für Imker allerdings mit einem gut geeigneten Sirup möglich, zuzufüttern. „Das musste ich in diesem Jahr aber noch nicht machen“, sagt Bülow.

Zur ersten Honigernte, die Ende Mai nach der Rapsblüte sein wird, möchte Giehl noch nichts sagen. Bis dahin seien es noch gute zwei Wochen und es könne sich noch einiges tun. Allerdings sei der jetzige Zwischenstand unerfreulich. Die wenigen Erträge, die zu finden waren, benötigen die Bienen selbst. Falls doch noch einige warme und vor allem trockene Tage im Mai vorkommen sollten, würden sich die Bienen zuerst einmal erholen, bevor sie wirklich produktiv werden, meint die erfahrene Imkerin aus Reinsen.

Auch die Bauern fluchen

Nach zwei bis drei Flugtagen habe sich noch keine Entspannung eingestellt. Giehl habe mit vielen Imkern gesprochen und allen gehe es wie ihr. Und auch die Bauern fluchen, berichtet sie. Schließlich funktioniere die Bestäubung des Raps‘ nicht. Auch wenn es sich bislang nur um eine Zwischenbilanz handle, stehe laut Giehl bereits jetzt fest, dass die Preise für den Frühhonig höher ausfallen werden. jemi