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Aus dem Landkreis Immer weniger Taxiunternehmen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Immer weniger Taxiunternehmen
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12:59 11.03.2018
Vor dem Bahnhof in Stadthagen stehen zahlreiche Taxis Schlange. Kein gewöhnliches Bild in Schaumburg, denn die Zahl der Unternehmen ist bereits seit anderthalb Jahrzehnten rückläufig.
Vor dem Bahnhof in Stadthagen stehen zahlreiche Taxis Schlange. Kein gewöhnliches Bild in Schaumburg, denn die Zahl der Unternehmen ist bereits seit anderthalb Jahrzehnten rückläufig. Quelle: lht
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Der Höhenflug der Anrufbusse – allein in der Samtgemeinde Nienstädt hat sich die Zahl der Fahrgäste in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt – ist für viele Schaumburger ein Segen. Immerhin hat sich das Mobilitätsangebot durch die Busse in vielen Gemeinden enorm verbessert. Den Taxiunternehmen im Landkreis hingegen macht der Trend schwer zu schaffen.

„Tiefer kann es nicht mehr gehen“, sagt Andreas Jäschke, der mit seiner Familie das größte Taxiunternehmen Stadthagens führt.

 Noch vor 15 Jahren konnten Jäschke und seine Kollegen ihrem Geschäft weitestgehend konkurrenzlos nachgehen. Inzwischen sei die Anzahl der Fahrgäste bereits seit Längerem rückläufig, erklärt der Unternehmer. Gründe für diese Entwicklung gäbe es zuhauf. Da sei zum einen das Firmensterben in der Region, dass sich negativ auf die Kaufkraft der Schaumburger auswirke, so Jäschke.

Haushalte verfügen über mehr Fahrzeuge

Dadurch wiederum sinke die Bereitschaft, abends oder an den Wochenenden auszugehen – feiern könne man schließlich auch bei sich zuhause. Auf ein Taxi seien dadurch immer weniger Menschen angewiesen, zumal fast jeder Haushalt heute selbst über zwei bis drei Fahrzeuge verfüge, wie Jäschke erklärt.

 Auch Harald Gast, zuständig für den Landkreis Schaumburg beim Gesamtverein Verkehrsgewerbe Niedersachsen, sieht keine besonders rosige Zukunft für die Branche. „Ein Taxiunternehmen zu führen, ist wie Kleingeld sammeln“, sagt Gast. „Da wird niemand mit reich.“ Zuletzt hätte der Preisanstieg durch den Mindestlohn negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Taxifahrten gehabt, erläutert der Experte, der allen Widrigkeiten zum Trotz kein Schrumpfen des Schaumburger Taximarktes feststellen kann.

 Tatsächlich sind im Landkreis in den vergangenen Jahren nur wenige Unternehmen von der Bildfläche verschwunden. Betrachtet man jedoch einen längeren Zeitraum, so wird deutlich, dass die Zahl der Betriebe bereits seit anderthalb Jahrzehnten konstant rückläufig ist. Während kurz nach der Jahrtausendwende, im Jahr 2003, noch 39 Unternehmen in Schaumburg Taxifahrten angeboten haben, waren es vergangenes Jahr nur noch 24. Im Schnitt hat also jedes Jahr ein Unternehmen den Betrieb eingestellt.

Komfortable Situation für Fahrgäste

Für Fahrgäste im Landkreis sei die Situation ungeachtet dieser Entwicklung mehr als komfortabel, betont Harald Gast. „Es gibt ausreichend Unternehmen und Fahrzeuge.“ Im vergangenen Jahr waren in Schaumburg 94 Taxis unterwegs. Allein 30 davon gehörten zu Betrieben, die in Stadthagen ansässig sind. Weitere Spitzenreiter sind Bückeburg, Rinteln sowie die Samtgemeinde Nenndorf.

 Andreas Jäschke selbst musste seine Flotte infolge der Branchenkrise bisher nach eigenen Angaben nicht verkleinern. „Aber wir haben inzwischen weniger Personal“, erklärt er. Aktuell ist der Betrieb mit 13 Fahrzeugen unterwegs und beschäftigt 18 Mitarbeiter.

 Einen weiteren Rückgang fürchtet Jäschke zwar nicht. Aber so, wie es aktuell aussieht, wird es dem Unternehmen in absehbarer Zeit auch nicht besser gehen. lht