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Aus dem Landkreis Jugendamt entwickelt Konzept für „Kindernotinseln“
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Jugendamt entwickelt Konzept für „Kindernotinseln“
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18:03 15.12.2010
Dieses Signet an der Tür wie hier bei einem Geschäft an der Obernstraße in Stadthagen, signalisiert Kindern Hilfe.

Landkreis (ssr). Derartige „Kindernotinseln“ können laut Darstellung der Sozialdemokraten unter anderem Einzelhandelsgeschäfte, Bäcker, Kioske, Freibäder, Friseure, kleine Supermärkte, Apotheken, Behörden oder Banken werden, sofern diese geeignet und bereit dazu sind. Dorthin sollen Kinder und Jugendliche jederzeit gehen können, wenn sie in Situationen von Bedrängnis oder Ratlosigkeit Hilfe benötigen.

Durch diese freiwilligen Partner könnten Heranwachsende sicher sein, heißt es im SPD-Antrag, dass sie an den gekennzeichneten Stellen kompetente Hilfe finden. „Das fängt bei alltäglichen Problemen an, wenn beispielsweise der Hausschlüssel verloren gegangen ist“, erläuterte Kreisjugendpfleger Andreas Woitke, der das Projekt vom Grundsatz her befürwortete. Anlass für Kinder, „Notinseln“ aufzusuchen, könnten Probleme wie „aufgeschlagene Knie, im Einkaufstrubel verloren gegangene Eltern, aber auch große Gefahren wie Abzocke oder sexuelle Nötigung sein“, erläuterte der Experte.

In einigen Kommunen in Schaumburg gibt es derartige Anlaufstellen bereits. So hat der Präventionsrat Lindhorst unter Leitung von Woitke die „Aktion Fluchtpunkt“ initiiert und setzt diese seit längerer Zeit mit Hilfe vieler Kooperationspartner um. In Stadthagen hat die Initiative „Wir plus“ das Projekt „Fluchtpunkt – Wir helfen“ ins Leben gerufen, an dem sich zahlreiche Einrichtungen in der Kreisstadt beteiligen. In Rinteln befindet sich eine ähnliche Initiative derzeit in Vorbereitung.

Diese bereits bestehenden Projekte durch weitere zu ergänzen und in ein kreisweit flächendeckendes Netz von „Kindernotinseln“ einmüden zu lassen, ist aus Sicht von Woitke durchaus sinnvoll. „Es ist für Kinder von vertrauensbildendem Vorteil, wenn sie ein ihnen bekanntes Signet auch an Türen in Orten außerhalb ihrer Heimatgemeinde entdecken.“

Kooperationspartner eines kreisweit einheitlichen Netzwerks könnte laut Vorschlag der SPD-Fraktion die „Stiftung Hänsel und Gretel“ sein. Diese in Baden-Württemberg beheimatete Einrichtung verfügt über Projekt-Pakete, die für „überschaubare Kosten“, so Jugendamtsleiter Rolf May, umfassendes Know-how vermitteln. Dazu gehöre auch eine Anleitung und Beratung der teilnehmenden Geschäfte.