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Aus dem Landkreis Konjunktur: Vier von fünf Chefs investieren
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Konjunktur: Vier von fünf Chefs investieren
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15:03 26.03.2019
Der Mittelstand hat ordentlich zu tun, im Handwerk fehlen die Fachkräfte. Quelle: Dana
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Landkreis

Die Unternehmen an der Oberweser gehen trotz einer leichten Eintrübung der Konjunktur von anhaltend robusten Geschäften aus. In der Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland (AdU) beurteilen gut 57 Prozent die Lage als gut bis sehr gut – allerdings lag dieser Wert im Vorjahr noch deutlich höher bei 67 Prozent. Für weitere 35 Prozent ist die Lage aktuell befriedigend (Vorjahr 31 Prozent). „Es gibt“, so stellt der AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus fest, „eine konjunkturelle Eintrübung, die ist nicht gravierend, aber es gibt sie.“

Wie bereits die Wirtschaftsweisen Anfang der Woche für ganz Deutschland, so interpretiert auch Mefus fürs Weserbergland die konjunkturellen Anzeichen als positiv für den Arbeitsmarkt: 87 Prozent der Unternehmen berichten über entweder gestiegene oder auf hohem Niveau gleich gebliebene Umsätze; 77 Prozent vermelden gestiegene oder gleichbleibend hohe Gewinne; drei von vier Betrieben sind zu mindestens zu 80 Prozent ausgelastet; vier von fünf Firmen wollen investieren, und das auch nicht zu knapp: Jede dritte Investition bewegt sich oberhalb der halben Million Euro. Zumeist wollen die Unternehmen ihr Geld im Weserbergland in Anlagen, Gebäude, Kapazitätserweiterungen und Rationalisierungen stecken. Und 82 Prozent der Betriebe wollen Personal einstellen – vor allem in den gewerblichen Berufen werden nach AdU-Aussage neue Mitarbeiter gesucht. Mefus: „Das sind alles gute Werte.“

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Kein allgemeiner Fachkräftemangel

Die Wirtschaftsweisen erwarten auf Bundesebene sogar, dass selbst bei einem durch den Brexit und den Handelsstreit mit den USA ausgelösten schwächeren Wirtschaftswachstum die Arbeitslosigkeit zurückgeht. Dass der Jobmarkt stabil bleibe, zeige sich an der günstigen Lohnentwicklung, sagten die „Fünf Weisen“ genannten Top-Ökonomen in Berlin bei der Vorstellung ihrer Konjunkturprognose für 2019 und 2020. Auch bestünden nach wie vor Engpässe bei Fachkräften. Und es kämen nicht mehr so viele Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Deutschland. Mefus konkretisiert für das Weserbergland: „Es gibt nicht den Fachkräftemangel allgemein. Aber es gibt je nach Branche und Berufsbild spezielle Fachkräftemängel.“ Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, warnte zumindest für das Handwerk kürzlich: „Allein im Handwerk werden rund 250.000 Fachkräfte fehlen.“

Die Konjunktur im Weserbergland ist dennoch robust unterwegs, diese seit Jahren bekannte Erkenntnis bestätigt nun die Frühjahrsumfrage 2019. Allerdings gibt es auch Probleme, und auf der Mängelliste tauchen ebenfalls „alte Bekannte“ auf – auf der Pole Position: Der Internetanschluss im Landkreis Hameln-Pyrmont ist grausig, knapp 38 Prozent der Unternehmer beklagen die Internetanbindung als mangelhaft.

AdU-Geschäftsführer Mefus liest aus den Umfrageergebnissen eine gewisse Gelassenheit und Zuversicht ab: „Man sieht eine Eintrübung, aber keine dramatische. Die aktuelle Entwicklung ist nicht so signifikant, dass es Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hätte.“

Von Thomas Thimm