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Aus dem Landkreis Kreis zahlt 4,2 Millionen Euro an Unterhalt
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Kreis zahlt 4,2 Millionen Euro an Unterhalt
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18:24 19.02.2019
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Symbolbild Quelle: dpa
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Zu Unrecht, wie Kreisrätin Katharina Augath meint. Denn schließlich habe der Bund Mitte 2017 das Gesetz angepasst – was eine Verdreifachung der Fallzahlen zur Folge gehabt habe. Aber mehr Personal habe so schnell eben nicht eingearbeitet werden können.

Wenn Eltern sich trennen, sind es meist die Väter, die Unterhalt zahlen müssen. Oft tun sie das nicht – entweder weil sie finanziell dazu nicht in der Lage sind oder sich weigern. In beiden Fällen springt der Staat ein. Seit 2017 können Alleinerziehende den Unterhaltsvorschuss auch für Kinder über zwölf Jahren beantragen. Die Folge: Die Zahl der Anträge hat sich in Schaumburg von 398 (2016) im folgenden Jahr auf 1311 mehr als verdreifacht. 2018 waren es 770. Dadurch seien die Jugendämter bei der Bearbeitung der Rückgriffe – der Rückzahlungsaufforderungen – bundesweit ins Hintertreffen geraten.

Landesweit an der Spitze

„Vor der Änderung lag unsere Rückgriffquote 2016 bei 42 Prozent“, sagt Augath. Damit habe der Landkreis landesweit mit an der Spitze gelegen. Seither sei die Quote auf 35 Prozent (2017) und im vergangenen Jahr auf 17 Prozent gefallen. „Dieses hängt wesentlich mit der notwendigen Gewinnung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter zusammen“, erklärt die Kreisrätin. Zudem könnten Einnahmen durch Rückgriffe erst mit einer zeitlichen Verzögerung zur Leistungszahlung vereinnahmt werden.

Politisch könne sie die Gesetzesänderung „nachvollziehen“, so Augath, aber für die betroffenen Stellen sei es eine Menge an Mehrarbeit gewesen. Sie gehe jedoch davon aus, dass die Rückgriffquote in den nächste Jahren wieder deutlich steigen werden. „Aktuell wird mit dem Land Niedersachsen daran gearbeitet, die Rückholquote wieder deutlich zu erhöhen.“

Der Landkreis Schaumburg hat an Leistungsempfangende 2016 rund 1,6 Millionen Euro ausgezahlt, 2,1 Millionen Euro an Unterhaltsvorschüssen waren es 2017 und sogar 4,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Doppelt so viele Kinder

Die Anzahl der leistungsbeziehenden Kinder hat sich von 2016 bis 2018 verdoppelt (2016: 788; 2017: 1073; 2018: 1586).

Die vor der Einführung des neuen Gesetzes hohe Rückgriffquote im Landkreis führt Augath auf die gute Arbeit des Jugendamtes zurück. „Die Mitarbeiter schauen akribisch hin und haben ein offenes Ohr für die Väter.“ Denn häufig würden Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit einer Scheidung mit dem Kindesunterhalt vermengt.

Von Mira Colic