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Aus dem Landkreis Kreisbehindertenrat Schaumburg unzufrieden mit Barrierefreiheit des Klinikums
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Kreisbehindertenrat Schaumburg unzufrieden mit Barrierefreiheit des Klinikums
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14:45 09.09.2019
Der Kreisbehindertenrat wünscht sich mehr Barrierefreiheit am und im Klinikum Schaumburg. Quelle: Archiv
Landkreis

Nachdem es bereits während der Bauphase Gespräche mit Architekten sowie der Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft über den Stand der Planung gab, habe der Kreisbehindertenrat (KBR) 2015 eine umfangreiche Broschüre an das Architektenbüro mit Hinweisen, Überlegungen und Anregungen zur Barrierefreiheit des neuen Klinikums übersandt, so Jutta Stenzel, Pressesprecherin des KBR.

Besprechungen und Begehungen nur "mit mäßigem Erfolg"

Nach einer Baustellenbesichtigung im Mai 2016 habe es immer wieder Besprechungen, Beratungen und Begehungen mit der Geschäftsführung des Klinikums bis zur Eröffnung im November 2017 gegeben. Eine weitere Begehung habe 2018 circa ein halbes Jahr nach der Eröffnung stattgefunden. Bei allen Terminen habe man auf Defizite in der Barrierefreiheit hingewiesen und Nachbesserungen gefordert. „Leider“, betont Stenzel, „mit sehr mäßigem Erfolg“.

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So fehle immer noch bei den vorderen Behindertenparkplätzen ein kurzer Weg mit leichter Steigung inklusive taktilem Leitweg. Stattdessen habe sich ein Tretweg gebildet.

Kreisbehindertenrat benennt Mängel

Bei den Fahrstühlen solle eine Sprechansage immer innen und außen sein, benennt der KBR einen weiteren Mangel aus seiner Sicht. Bei den Treppen müsse die erste und letzte Stufe deutlich hervorgehoben werden, lautet eine weitere Forderung. Da die Handläufe besonders im ersten großen Flur vor einer Wand und einer Säule stoppen, solle eine taktile Beschriftung angebracht werden, fügt der KBR weiter an. Außerdem müssten die Waschbecken in den Patientenzimmern nach Überzeugung des KBR unterfahrbar sein.

In einem Krankenhaus, wo täglich Menschen mit Beeinträchtigungen ein und aus gehen oder als Patienten dort sind, sollte es möglich sein, unbehindert miteinander zu leben, daher ist Barrierefreiheit zwingend notwendig.

Jutta Stenzel , Sprecherin des Kreisbehindertenrats

Nach Auffassung des KBR könne und dürfe dies nicht so bleiben. „In einem Krankenhaus, wo täglich Menschen mit Beeinträchtigungen ein und aus gehen oder als Patienten dort sind, sollte es möglich sein, unbehindert miteinander zu leben, daher ist Barrierefreiheit zwingend notwendig“, unterstreicht Stenzel.

Der KBR will sich weiterhin dafür einsetzen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen durch die Betreiber des Klinikums umgesetzt werden. hn/r

Kreisbehindertenrat nimmt Bushaltestellen in den Blick

Der Kreisbehindertenrat Schaumburg (KBR) hat sich nach eigenen Angaben vorgenommen, flächendeckend zu eruieren, welche Defizite an welchen Bushaltestellen festzustellen sind, um damit an die Kommunen heranzutreten. Ziel sei eine lösungsorientierte gemeinsame Arbeit, um möglichst vielen Menschen die Nutzung des ÖPNV zu ermöglichen. Nach Auffassung des KBR entspreche die Lage in Schaumburg den Ergebnissen einer Studie, der zu Folge nur zwölf Prozent der Bushaltestellen barrierefrei sein. Somit erschwere der hiesige ÖPNV einem Teil der Bevölkerung die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben.