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Aus dem Landkreis Kurzarbeit: Schaumburgs Wirtschaft kollabiert unter Corona
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Kurzarbeit: Schaumburgs Wirtschaft kollabiert unter Corona
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17:14 31.03.2020
Symbolbild Quelle: Archiv
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Landkreis

„Eine stabile Datenbasis, nach der wir abschätzen können, wie viele Arbeitnehmer tatsächlich in Kurzarbeit sind und welche Kosten entstehen werden, haben wir zurzeit nicht“, erklärt Gunda Thöle, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Hameln.

„Das ist ein Einschnitt, wie wir ihn noch nie erlebt haben“, sagt Martin Wrede, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Stadthagen. Selbst bei der Wirtschaftskrise 2008/2009 hätte es nicht so extreme Auswirkungen auf die Betriebe gegeben wie bei der Corona-Epedemie. Von den Einbrüchen bleibt nach Ansicht Wredes keine Branche verschont.

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Die aktuelle Statistik:

Weniger Arbeitslose in Schaumburg

Auch das Handwerk im Landkreis – bis auf die Frisöre noch vor wenigen Tagen verhältnismäßig guter Dinge – sieht zunehmend dunklere Wolken über sich aufziehen. „Die Anfragen wegen Kurzarbeit werden jeden Tag mehr“, sagt Fritz Pape und bestätigt damit auch Wredes Eindruck. „Das beschleunigt sich, wir merken das jetzt quer durch die Gewerke.“

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schaumburg nennt als Grund unter anderem kurzfristig zurückgezogene Aufträge. „In manche Firmen fehlen auch bestimmte Materialien, werden nicht oder mit heftiger Verspätung geliefert“, erklärt Pape. Gearbeitet werden könne so nicht.

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Der Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland (AdU) sieht die hiesigen Firmen unterschiedlich betroffen. AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus sagt: „Im produzierenden Gewerbe wird gearbeitet, jedenfalls dort, wo die Lieferketten nicht abgerissen sind. In anderen Bereichen, wo nicht gearbeitet werden darf, wie zum Beispiel im Handel und in der Gastronomie, gleicht die Situation einer Katastrophe.“

Von Verena Gehring, Jan-Christoph Prüfer und Thomas Thimm