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Aus dem Landkreis Landfrauen in Schaumburg: Von wegen „nur“ Landwirtschaft
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Landfrauen in Schaumburg: Von wegen „nur“ Landwirtschaft
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17:14 20.09.2019
Ulrike Tubbe-Neuberg (links) und Marlies Hasemann freuen sich über jedes neue Mitglied bei den Schaumburger Landfrauen.  Quelle: sil
Landkreis

Der Kreisverband besteht aus neun Ortsvereinen mit insgesamt 2302 Mitgliedern. In den vergangenen sieben Jahren stießen 162 Mitglieder dazu. „Die Tendenz ist steigend“, sagt Kreisvorsitzende Marlies Hasemann, die diese Entwicklung im modernen Programm und dem vielfältigen Angebot begründet sieht.

Als die ersten Landfrauenvereine in Schaumburg vor 25 Jahren gegründet wurden – ihr Jubiläum haben jetzt Bückeburg, Hagenburg und Stadthagen gefeiert – „lag der Schwerpunkt noch bei der Landwirtschaft. Veranstaltungen gab es kaum und wenn, dann zu ungünstigen Zeiten für berufstätige Frauen“, sagt Hasemann. Heute sehe das alles ganz anders aus: Jeden Tag stehen Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen auf dem Programm.

Von Seminaren über Digitalisierung oder Ernährung, über sportliche Aktivitäten wie Yoga oder Wassergymnastik bis hin zu gesellschaftlichem sowie politischem Engagement der Landfrauen bei gemeinsamen Singstunden oder der Bienensterbethematik ist alles dabei. „Die Veranstaltungen sind offen für alle Frauen, neue Mitglieder sind willkommen“, ergänzt sie.

Landfrauen arbeiten zusammen

Stadthagen ist bis heute der größte Landfrauenverein Schaumburgs. 2018 hatte er 500 Mitglieder. Der kleinste Verein liegt in Auetal mit 84 Mitgliedern 2018. Vor sechs Jahren betrug die Mitgliederzahl in Sachsenhagen 139, aktuell sind es 192. Heißt: Zuwachs von 53 Mitgliedern innerhalb von fünf Jahren. „Dahinter steckt viel Mitgliederwerbung im Bereich Sport. Zusätzlich aber auch die Zusammenarbeit der Landfrauen Sachsenhagens mit der Stadt, Kirche sowie dem Bürgermeister“, erklärt Vorsitzende Hannelore Minwegen.

Allerdings gibt es auch Rückschläge: Der Ortsverein Obernkirchen hat sich Ende 2016 nach zwölf Jahren aufgelöst. „Mit letztlich 60 Mitgliedern waren es einfach zu wenige“, sagt Ulrike Tubbe-Neuberg, Beraterin der Landfrauenvereine Schaumburg. Allerdings seien diese Frauen dem Verein nicht verloren gegangen, sondern hätten sich in andere Ortsvereine orientiert.

Bereits vor 15 Jahren habe ihr ein Blick auf die Altersstruktur der Mitglieder gezeigt, dass diese „furchtbar“ sei. „Wir haben gesehen, dass wir unbedingt etwas tun müssen, bevor wir aussterben. Wir brauchten neue Ideen“, so Tubbe-Neuberg. Daraufhin wurden neue, ansprechende Themen für jüngere Altersgruppen in das Programm integriert und das mit Erfolg: „Mehr jüngere Mitglieder stießen dazu und gemeinsam konnte mit der Zeit ein modernes Programm mit vielfältigen Angeboten für Jung und Alt aufgestellt werden“, erzählt sie stolz.

Traditionen aufrecht erhalten

Zudem hat sich im Januar der Arbeitskreis Junge Landfrauen mit acht Mitgliedern aufgestellt. Ihr Ziel ist, jüngere Frauen als Mitglieder zu gewinnen, „um mit Ihnen eine tolle Gemeinschaft aufzubauen, die ländliche Region zu stärken und bestehende Traditionen aufrecht zu erhalten“, erzählt Mitglied Claudia Rocholl. Für dieses Jahr haben sie vier Veranstaltungen organisiert.

Schon am 26. September steht die dritte Veranstaltung „Eat the world“ auf dem Programm. Mit einer kulturellen Stadtführung und kulinarischen Zwischenstopps geht es durch Hannover-Linden. Als Abschluss der Veranstaltungsreihe haben die jungen Landfrauen für November ein Kochevent geplant. In Sülbeck heißt es dann: „Superfood Grünkohl mal anders.“ Dabei werden Pasta, Salate und Smoothies hergestellt.

Eins habe sich seit Beginn der Landfrauenvereine jedoch nicht verändert: Das Ziel, sich im ländlichen Raum für Frauen und Familien einzusetzen, betonen Hasemann und Tubbe-Neuberg. sil