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Aus dem Landkreis Landkreis schafft Jagdsteuer ab
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Landkreis schafft Jagdsteuer ab
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15:11 19.06.2018
Jäger müssen künftig keine Jagdsteuer mehr entrichten.
Jäger müssen künftig keine Jagdsteuer mehr entrichten. Quelle: dpa
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Landkreis

 Der Landkreis verzichtet damit auf eine jährliche Einnahme von 67 000 Euro.

Herta Hartmann-Grolm (SPD) begründete die Abschaffung unter anderem damit, dass die Jagdpächter zusammen mit Landwirten und Naturschützern „viel für den Natur- und Umweltschutz tun“. Zudem seien sie durch die Entsorgung von Tieren, die bei Autounfällen umgekommen sind, stark belastet. Daher solle man sie nicht zusätzlich mit einer Steuer belegen.

Gunter Feuerbach (CDU) fügte hinzu, die Jäger erbrächten „eine erhebliche Leistung bei der Wildschadensbegrenzung“. Gerade in Zeiten der „explodierenden Zunahme der Wildschweine“ werde dies deutlich. Die Abschaffung der Jagdsteuer sei „nur ein minimaler Beitrag zur Unterstützung der erbrachten Leistungen“. Für die AfD ergänzte Margot Zedlitz, die Jäger leisteten „viel für die Hege und Pflege“, daher sei die Abschaffung der Steuer sinnvoll.

"Die Sache schmeckt uns nicht"

Bedenken brachte Michael Dombrowski namens der Grünen vor: „Die Sache schmeckt uns nicht.“ In Zeiten der Haushaltskonsolidierung „können wir nicht ohne Not auf Einnahmen verzichten“. Es handele sich zwar nicht um eine Riesensumme, es gehe aber ums Prinzip. Und eine Steuer eventuell später einmal wieder einzuführen, sei viel schwieriger als sie gar nicht erst abzuschaffen. Siegbert Held (WGS) nahm dieselbe Haltung ein: „In Zeiten der Geldknappheit kann sich der Landkreis diesen Verzicht nicht leisten.“ Heinrich Sasse (WGS), selbst Jäger, argumentierte, diese würden nicht nur aus Pflichtbewusstsein, sondern auch aus Vergnügen auf die Jagd gehen. Und so wie es für andere Bereiche eine Vergnügungssteuer gebe, mache auch die Jagdsteuer Sinn.

Dieser Meinung schloss sich die Mehrheit nicht an. Hartmann-Grolm bemerkte zum Abschluss der Debatte, wenn die Jäger nicht ihre Aufgaben für das Allgemeinwohl wahrnehmen würden, „dann käme das auf uns als Landkreis zu und das könnte teurer werden“. ssr