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Aus dem Landkreis Landkreis setzt weiter voll auf Solar
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Landkreis setzt weiter voll auf Solar
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14:11 21.06.2018
Am „Klimabaum“ im Kreishaus können Schüler ihre Ideen aufhängen.
Am „Klimabaum“ im Kreishaus können Schüler ihre Ideen aufhängen. Quelle: rg
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Landkreis

Das wurde bei der jüngsten Klimakonferenz deutlich. Von 2016 bis 2020 läuft das vom Bund geförderte Projekt.

Geht es um die regenerativen Energien, wird man sich auch weiter auf die Solarenergie konzentrieren, sagt Klimaschutzmanager Horst Roch vom Landkreis. In einem dicht besiedelten Landkreis wie Schaumburg biete sich das eher an als zum Beispiel Windenergie. Mit Info-Kampagnen sollen verstärkt auch Unternehmen für Photovoltaik gewonnen werden, und auch Hausbesitzer, die auf den ersten Blick nicht über ideale Bedingungen verfügen. „Nicht nur das Süddach ist geeignet“, sagt Roch. Eine weitere denkbare Zielgruppe seien Mieter in Mehrfamilienhäusern.

Die zweite Säule sieht Roch in der Reduzierung des Energieverbrauchs. Mehr als 90 Prozent der Energieausgaben 2015, rechnet der Klimaschutzmanager vor, seien aus dem Landkreis „raus“ gegangen. „Wir haben keine Gas-Pipeline“, spitzt Roch zu. „Aber jede Windanlage hier zahlt auch hier Steuern.“ Unter anderem dort liege das wirtschaftliche Potenzial des Klimaschutzes.

Leitstelle will Kontakte intensivieren

Für dieses Ziel seien in der Vergangenheit Netzwerke gegründet worden, Kontakte will die Leitstelle in den kommenden zwei Jahren weiter intensivieren. Weitere gemeinsame Aktionen mit Stadtwerken, Handwerkern und Banken seien angedacht. Als Beispiele nennt Roch den „Solar Check Plus“ und die „Grüne Hausnummer“, die Hausbauer belohnt, die bei ihren Bemühungen um den Klimaschutz deutlich über das gesetzlich geforderte Maß hinaus gehen.

Zum Bereich Einsparung zählt auch die Aufklärung in Schulen (siehe Kasten). Die Leitstelle will diesen weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, auch wenn es im Rahmen der Klimakonferenz zur zweiten und letzten Auszeichnungsveranstaltung des Projektes „Klimaschutz macht Schule“ gekommen ist.

Wie es mit der Leitstelle weitergeht, wenn 2020 die Förderung ausläuft, ist offen. „Es ist auch ein anderes Konstrukt denkbar“, sagt Roch. In Nienburg ist das ein Verein, in Hameln eine gGmbH. Den Grundstock für ein Jahr schätzt Roch auf rund 300 000 Euro. Entscheiden müsse darüber aber die Politik. jcp

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20 000 Euro an Prämien für die Schulen

Insgesamt 27 Schulen haben sich 2017 am Projekt „Klimaschutz macht Schule“ beteiligt, darunter zwölf Grundschulen. Mit Ausnahme der Berufsschulen waren alle Schulformen vertreten, sagt der zuständige Leitstellen-Mitarbeiter Burkhard Wolters. Insgesamt wurden 20 000 Euro an Prämien an die Schulen verteilt. Das Geld stammt aus Mitteln des Landkreises. Die Schüler haben dafür Ideen zum Energiesparen gesammelt und umgesetzt. Viele haben zum Beispiel Lichtschalter mit einem Punktesystem markiert, sodass das Licht an der Fensterseite eines Raumes als letztes angemacht wird. Auch das Freiräumen und -halten von Heizungen stand bei den meisten auf der Agenda. Hinzu kamen individuelle Projekte. So hat zum Beispiel die IGS Schaumburg Klassenfahrten mit dem Fahrrad unternommen, Schüler der Schule am Deister in Rodenberg haben aus den – alten und nicht mehr gebrauchten – Winterreifen ihrer Lehrerin eine Sitzgelegenheit gebastelt.