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Aus dem Landkreis Lehrermangel an Schaumburgs Grundschulen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Lehrermangel an Schaumburgs Grundschulen
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00:18 22.06.2018
Die Schaumburger Grundschulen suchen händeringend nach Lehrern.
Die Schaumburger Grundschulen suchen händeringend nach Lehrern. Quelle: dpa
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Landkreis

Das teilte Bianca Schöneich, Sprecherin der Landesschulbehörde, auf Anfrage mit.

„Die Anzahl der Bewerbungen ist nicht zufriedenstellend“, formuliert Schöneich. Soll heißen: Es gibt auf dem Arbeitsmarkt derzeit einfach zu wenig Grundschulpädagogen. „Es gibt landesweit einen sehr großen Bedarf an Grundschullehrern“, sagt die Sprecherin: „Die Bewerber können sich ihre Stelle praktisch aussuchen.“ Da viele Lehrer gerne in größere Städten arbeiten wollen, stelle sich die Lage für Grundschulen in ländlichen Gegenden wie Schaumburg noch mal schwieriger dar.

Was passiert, wenn freie Stellen wie etwa die acht in Schaumburg nicht mehr kurzfristig besetzt werden können? Dann werde man prüfen, räumt Schöneich ein, diese Lücken durch Abordnungen aus anderen Schulen zu füllen. Am ehesten kämen dafür Gymnasien in Frage, „die am besten mit Lehrern versorgte Schulform“. Im Zweifel müsse eine Lösung aber in jedem Einzelfall vor Ort gefunden werden, erklärt die Sprecherin.

Für zwei noch unbesetzte freie Stellen sucht derzeit zum Beispiel die Schulleiterin der Stadthäger Grundschule Am Sonnenbrink, Petra Ammon, noch Kräfte: „Wir suchen händeringend.“ Es habe sich noch niemand auf diese Stellen beworben. Daher gehe die Schulleitung aktiv auf Kräfte zu, die auf der landesweiten Bewerberliste stehen und bei denen es vom Wohnort her ungefähr hinkommen könnte: „Wir bemühen uns sehr.“ Auch auf Quereinsteiger habe man bereits ein Auge geworfen. „Sollten wir keine reguläre Lehrkraft bekommen, nehmen wir selbstverständlich auch gut motivierte, engagierte Quereinsteiger.“

Überschaubare Bewerberzahlen

Noch eine Stelle frei hat die Stadthäger Grundschule Am Stadtturm. „Die Suche gestaltet sich wirklich schwierig“, berichtet Schulleiter Frank Plagge, „es gibt nur eine sehr übersichtliche Anzahl an Bewerbern.“ Die Lage sei derzeit „für die Bewerber viel besser als für die Schulen“. Unter den 21 Kollegen an seiner Schule seien nur zwei Männer – ein für hiesige Grundschulen durchaus typisches Verhältnis. „Mehr Männer wären positiv, denn diese haben gerade für Jungen noch mal eine andere Ansprache“, sagt Plagge.

Das sieht Melanie van de Vorle, Leiterin der Bückeburger Grundschule Petzer Feld, genauso. In ihrem Kollegium gibt es elf Frauen und einen Mann. „Eine Mischung wäre besser, denn gerade Jungen brauchen auch eine männliche Bezugsperson.“ Die Grundschule hatte eine freie Stelle, konnte diese auch schon besetzen. „Wir hatten dafür drei Bewerber, das sah eigentlich ganz gut aus“, stellt van de Vorle zufrieden fest.

Günstige Umstände auch an der Lindhorster Magister-Nothold-Grundschule. Durch Zugänge durch Beendigung der Elternzeit oder durch Lehrer, die nach Schaumburg zurückkehrten, seien in letzter Zeit Stellen besetzt worden, sagt Schulleiter Hubert Sagel. Daher gebe es derzeit keine vakante Stelle. „Wir sind mitder Lehrerversorgung momentan also ganz zufrieden, aber wer weiß, wie lange das anhält“, fügt Sagel hinzu.

Anders als Grundschulen in anderen Teilen Niedersachsens hat Schaumburg zumindest ein Problem nicht: hier gibt es derzeit keine vakante Grundschulleiter-Stelle. ssr