Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Mit den Sorgen nicht allein
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Mit den Sorgen nicht allein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 21.08.2018
Gemeinsam gegen Depressionen: Sunita Schwarz (von rechts), Oliver Fesser, Annika Zimmermann, Maik Behrendt, Andreas Landmann, Claudia Walderbach und Sabrina Grimpe. 
Gemeinsam gegen Depressionen: Sunita Schwarz (von rechts), Oliver Fesser, Annika Zimmermann, Maik Behrendt, Andreas Landmann, Claudia Walderbach und Sabrina Grimpe.  Quelle: col
Anzeige
Landkreis

Als Auftaktveranstaltung wird die Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe des Bündnisses an diesem Tag den Workshop „Acht (e;e) Mich“ vorstellen. Während im vergangenen Jahr die Bewegung als Motor gegen Depressionen im Mittelpunkt stand, gehe es jetzt um den achtsamen Umgang mit sich und anderen, wie Maik Behrendt von der Arbeitsgruppe erläutert. „Wir wollen zeigen ,Ihr seid nicht allein’.“ Als Kooperationspartner ist der TSC Blau-Gold-Röcke gewonnen worden. Achtsamkeitstrainer Sascha Bunge wird während des zehnteiligen Workshops Mittel gegen Stress, Ausgrenzung und Diskriminierung vorstellen.

Der dreistündige Auftakt startet am Montag, 10. September, um 17 Uhr in der Wandelhalle in Bad Nenndorf. Neben themenbezogenen Diskussionsrunden und Schnupperworkshops werden die LollyPops mit ihrer Rock‘n‘Roll-Show auftreten. Interessierte können sich dort für den Workshop anmelden.

Eine Woche später kommt das Bündnis erneut in Bad Nenndorf zusammen: Im Phoenix-Kino wird am 17. September die Dokumentation „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ gezeigt. Der Streifen ist von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe produziert worden. Einlass ist ab 17.30 Uhr, der Film beginnt um 18 Uhr. Im Anschluss, gegen 19.30 Uhr, sind alle Besucher zum Gespräch ins Bistro eingeladen. Dort werden Betroffene, Angehörige und beruflich Helfende für Fragen zur Verfügung stehen.

Andere Zielgruppen erschließen

„Wir gehen davon aus, dass die Dokumentation einiges auslöst und die Menschen das Bedürfnis haben, darüber zu sprechen“, sagt Sunita Schwarz, Koordinatorin des Schaumburger Bündnisses. Karten kosten fünf Euro (mit Nenndorf-Card vier Euro) und sind entweder an der Abendkasse oder im Vorverkauf bei der Tourist-Information (Hauptstraße 4) zu erstehen.

Zum Abschluss haben sich die AG und das Bündnis noch eine wohl so in Schaumburg nie da gewesene Aktion überlegt, „mit der wir auch eine ganz andere Zielgruppe erschließen wollen“, so Schwarz. Mit dem „Semikolon-Tattoo-Projekt“ soll deutlich gemacht werden, dass Depressionen buchstäblich unter die Haut gehen. Seinen Ursprung hat das Projekt hat es in den USA.

Menschen, die Suizidgedanken kennen oder sich solidarisch erklären möchten, lassen sich ein Semikolon tätowieren. Die Nachricht soll sein: Ich bin der Autor und der Satz ist mein Leben. Ein Punkt würde dieses beenden, ein Semikolon zeige, dass es weitergehe. Das Rintelner Tattoo-Studio Las Agujas hat sich zur Kooperation bereit erklärt.

Bewegende Lebensgeschichten

Tätowierer Oliver Fesser erklärt, warum: „Ich habe vor sechs Jahren selbst unter Panikattacken und an Depressionen gelitten.“ Außerdem habe er häufig Kontakt zu Patienten aus der neben seinem Studio gelegenen Burghofklinik.

Durch Fesser ist der Kontakt zu Merle Meier entstanden, die vor 18 Jahren selbst einen Selbstmordversuch unternommen hat und seitdem im Rollstuhl sitzt. Ihre Erfahrungen hat sie im Buch „Mein Selbstmord ist mein Anfang“ verarbeitet: „Mit diesem Buch möchte ich Menschen aufzeigen, dass es immer weitergeht, dass man nicht aufgeben darf.“ Die Lesung wird durch Live-Musik der Nienstädterin Annika Zimmermann begleitet.

Besucher können sich am Freitag, 21. September, zwischen 15 und 20 Uhr im Studio Las Agujas, Bahnhofstraße 37, aus verschiedenen Vorlagen Semikolontattoos stechen lassen. Dafür wird eine Spende von 30 Euro erhoben, die vollständig in die Arbeit des Bündnisses fließt. Natürlich seien auch einfach Interessierte eingeladen, der Lesung und Musik zu lauschen.

Kontakt: Querstraße 12A, Stadthagen, Telefon (0 57 21) 9 39 54 44. Von Mira Colic