Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Nach Schuss auf Jogger: Lauenhäger Schütze vor Gericht
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Nach Schuss auf Jogger: Lauenhäger Schütze vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:07 23.08.2019
Quelle: archiv
Stadthagen

Der Schütze von Lauenhagen muss sich am 10. September vor dem Amtsgericht in Stadthagen verantworten. Dem Jäger wird fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Wie berichtet, war am 15. Juli 2018 ein 31 Jahre alter Familienvater mit seinen drei Kindern auf einem Feldweg in Lauenhagen unterwegs, als er plötzlich einen Schlag gegen den Kopf spürte und zu Boden ging. Spätere Untersuchungen ergaben, dass den Jogger eine Kugel am Kopf gestriffen hatte. Es folgten umfängliche Ermittlungen der Polizei.

Trotz abgegebene Waffenschein auf Treibjagd

Ehrenamtliche Sondengänger fanden schließlich die Patrone im Feld. Dank der Arbeit von Landes- sowie Bundeskriminalamt konnte das Kaliber sowie die Waffe ermittelt werden. Diese wiederum konnten nach einer Hausdurchsuchung besagtem Schaumburger Jäger zugeordnet werden. Er hatte sich trotz diverser öffentlicher Aufrufe bis dahin nicht zu erkennen gegeben. Ganz im Gegenteil: Er bestritt in den polizeilichen Vernehmungen erst, überhaupt vor Ort gewesen zu sein, als der Schuss fiel. Später räumte er das aber ein und sagte aus, beim Entladen des Gewehres auf den Boden gezielt zu haben, als sich ein Schuss löste.

Mehr zum Thema

Der Schuss: 31-Jähriger angeschossen

Ermittlungen: Polizei geht ersten Hinweisen nach

Ermittlungserfolg: Polizei ermittelt Schützen

Wie konnte der Schütze ermittelt werden: Jogger in Lauenhagen angeschossen: Der schwierige Weg zum Ermittlungserfolg

Schütze wird auf Eignung geprüft: Prüfung dauert an

Waffenschein entzogen: Schütze muss Jagdschein abgeben

Opfer meldet sich zu Wort: „Am schlimmsten war die Ungewissheit“

Ermittlungspannen? Angeschossener Jogger kritisiert Behörden

Strafbefehl abgelehnt: Nach Schuss auf Jogger: Verteidiger lehnt Strafbefehl ab

Zwei Monate nach dem Vorfall musste der 73-Jährige seinen Waffenschein, seine Waffenbesitzkarte sowie seine Waffen abgeben. Das hatte der Landkreis beschlossen. Dagegen war der Jäger juristisch vorgegangen – ohne Erfolg. In der Zwischenzeit hatte der Schaumburger aber auch noch an mindestens einer Treibjagd teilgenommen – trotz der Ermittlungen gegen ihn.

Schütze legt Einspruch gegen Strafbefehl ein

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Bückeburg wollte das Verfahren mit einem sogenannten Strafbefehl einstellen. Der Schaumburger hätte nach Angaben von Behördensprecher Nils-Holger Dreißig 4800 Euro zahlen sollen. Dagegen hatte der Mann Einspruch eingelegt. Aus diesem Grund kommt es nun zu einer öffentlichen Hauptverhandlung im Amtsgericht Stadthagen. Zivilrechtlich haben sich der Angeklagte sowie das Opfer – nach dessen Angaben – bereits nach einer Zahlung von Schmerzensgeld geeinigt.

Nach Angaben des Landkreises ist der 72-Jährige für fünf Jahre gesperrt, was eine Beantragung eines Waffenscheines betrifft. von Verena Gehring