Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Neue Wege gehen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Neue Wege gehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:15 27.05.2018
Beim Boule in der Grünen Mitte fliegen die Kugeln.
Beim Boule in der Grünen Mitte fliegen die Kugeln. Quelle: ano
Anzeige
Landkreis

Wie kann man einen Gottesdienst heute so gestalten, dass wieder mehr und auch jüngere Menschen in die Kirche kommen? Diese Frage ist ein Schwerpunktthema der 19. Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe gewesen, die am Sonnabend im Sülbecker Gemeindehaus getagt hat.

„Auch bei uns nimmt die Begeisterung vieler Christen, den Gottesdienst zu besuchen, stetig ab“, schilderte Jan Peter Hoth, Theologischer Referent im Landeskirchenamt. Darum müssten sich alle Gemeinden mit der Frage auseinandersetzen: „Wie können wir Gottesdienste so gestalten, dass es den Bedürfnissen der Menschen heute entspricht?“

Um Antworten zu finden, haben sich die Mitglieder der Synode drei Beispiele aus der Landeskirche angeschaut, die bereits neue Wege gewagt haben: Vehlen, Bückeburg und Altenhagen-Hagenburg haben unter dem Titel „Zweites Programm“ bereits ein alternatives Format zum gewöhnlichen Sonntagstermin im Angebot.

Einmal im Monat finden dort zu anderen Zeiten – zum Beispiel Sonntagnachmittags – Gottesdienste statt, die deutlich mehr junge Besucher in die Kirche locken, bestätigt der Bückeburger Pastor Jan-Uwe Zapke seine Erfahrungen.

Mehr Licht und moderne Musik

Neue Wege könne man zum Beispiel über eine ansprechende Raumgestaltung mit Licht und über moderne Musik gehen. „Die Orgel muss nicht immer das Leitinstrument sein.“ Stattdessen füllen Bands mit E-Gitarre, Schlagzeug und Flöte das Kirchenschiff. „Viele der neuen Lieder passen ohnehin nicht mehr zur Orgel“, erklärte Ulrich Hinz, Pressesprecher der Landeskirche. Darum stellt die Landeskirche zum 1. Juli auch einen Popmusiker ein. Der Stadthäger Ulrich Meyer soll Musiker und Bands schulen und die Kirche in Sachen Musik beraten, schilderte Lutz Gräber, Leiter des Landesjugendpfarramtes.

Landesbischof Karl-Hinrich Manzke betonte darüber hinaus den Teamgedanken: Nicht mehr der Pastor allein, sondern die Gemeinde selbst sei an der Gestaltung dieser Gottesdienste beteiligt. Elemente des „Zweiten Programms“ sollen nach der Vorstellung der Synode auch langsam in die „normalen“ Sonntagsgottesdienste einfließen.