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Aus dem Landkreis Risikogruppe Fahranfänger
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Risikogruppe Fahranfänger
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13:35 15.07.2018
Quelle: dpa
Landkreis

Dies hänge maßgeblich mit der Einführung des begleiteten Fahrens mit 17 zusammen. Nun wird die Herabsenkung der Altersgrenze auf 16 Jahre diskutiert.

Bergmann ist ein großer Befürworter des begleiteten Fahrens. „Die jungen Leute gewöhnen sich einen ganz anderen, im besten Fall defensiveren Fahrstil an, bekommen Tipps und Hinweise.“ Dass es auch bei begleitetem Fahren mal zu Unfällen komme –wie vor ein paar Wochen an der Kreuzung Vornhäger Straße/Ostring, bei der ein 17-Jähriger die Vorfahrt missachtete, sei eben ein Einzelfall. Neben dem dramatischen Unfall in Rinteln, bei der eine 40-Jährige ums Leben kam, gab es auch in Bad Nenndorf zwei Zusammenstöße, bei der Menschen verletzt wurden.

Das ändere jedoch nichts an den grundsätzlich gesunken Unfallzahlen bei Fahranfängern. Ob eine weitere Absenkung des Alters einen ähnlichen Effekt hätte, vermöge er allerdings nicht zu sagen, gibt der Präventionsbeamte zu.

Unfallrisiko halbiert sich ab 5000 Fahrkilometern

Noch vor der Sommerpause hat der Landtag auf Anstoß von SPD und CDU darüber diskutiert, ob das begleitete Fahren schon für 16-Jährige erlaubt werden sollte. Die Hoffnung dahinter: Junge Leute sollen weniger Unfälle verursachen, wenn sie mehr Fahrpraxis haben. Im vergangenen Jahr starben alleine in Niedersachsen bei Unfällen 50 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Laut Studien halbiere sich das Unfallrisiko ab 5000 Fahrkilometern.

Auch der Stadthäger Fahrlehrer Michael Remus sieht den positiven Effekt des begleiteten Fahrens. Allerdings seien Jugendliche in dem Alter einfach noch sehr unterschiedlich in der Reife, sodass es schwierig für ihn sei zu beurteilen, ob sie mit 16 schon reif genug seien, um Auto zu fahren. Allerdings, gibt Remus zu Bedenken, würden die Fahranfänger – wenn sie tatsächlich mit 16 Jahren den Führerschein machen – mit 18 ohne Probezeit fahren können. Diese ist nämlich zwei Jahre lang.

Gerade in diesem Punkt sieht der Fahrlehrerverband Niedersachsen den großen Anreiz für die Jugendlichen, sich so lange wie möglich begleiten zu lassen. „Und je mehr Praxis die jungen Leute haben, desto besser“, sagt Vorsitzender Dieter Quentin. Er fände es schade, diese Chance nicht zu nutzen. col