Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Sahla zurückbringen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Sahla zurückbringen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:01 26.12.2018
Landkreis

Richard Sahla, Violinvirtuose und Komponist war von 1888 bis 1918 Fürstlich Schaumburg-Lippischer Hofkapellmeister in Bückeburg. An ihn soll im kommenden Jahr erinnert werden, außerdem an Hermann Matzke, der die Fürstliche Hofkapelle 1922 leitete. Für den 22. Juni plant Friedrich WilhelmTebbe, Vorsitzender der Internationalen Richard Sahla Gesellschaft mit Sitz in Bückeburg, ein Konzert im Rathaussaal mit dem erweiterten Bückeburger Bachorchester und Gästen aus Polen.

Noch vor Weihnachten hat Tebbe aus dem Nachlass Matzkes ein großes Bündel Orchesternoten an den Leiter des Niedersächsischen Landesarchivs, Stefan Brüdermann, übergeben. Bislang waren die Partituren im Besitz von Heidi Straehl, Mitglied der Sahla Gesellschaft und Enkelin des Musikwissenschaftlers, Komponisten und Publizisten Matzke.
In Originalhandschrift des Komponisten liegt die „Weihemusik“ des gebürtigen Breslauers Hermann Matzke im Landesarchiv. Das Werk wurde 1928 zur Einweihung der neuen Aula der Technischen Hochschule Breslau uraufgeführt.

2016, im Jahr als Breslau Kulturhauptstadt Europas war, wirkte auf Einladung der Universität der Stadt Breslau das Bückeburger Bachorchester unter der Leitung von Friedrich Wilhelm Tebbe sowie von Alan Urbanek in einem Konzert im Auditorium Maximum mit. Die „Weihemusik“ stand damals auf dem Programm – und dies soll auch beim Konzert im Juni in Bückeburg der Fall sein. Hierzu reisen unter anderem 25 Mitglieder des Universitätschores „Gaudium“ aus Breslau an. Für diese werden private Unterkünfte gesucht. Wer sich dafür interessiert, kann sich an Friedrich Wilhelm Tebbe wenden, per E-Mail an maestroschaumburg@t-online.de.

Zur Aufführung im Konzert kommt außer der Weihemusik unter anderem die 4. Sinfonie in G-Dur von Gustav Mahler. Für diese liegt die einst verschollene Partitur Sahlas mit Anmerkungen des ehemaligen Hofkapellmeisters vor. An diesen will Tebbe erinnern: „Ich will Sahla nach Bückeburg zurückbringen.“ sk

factbox

Richard Sahla

Der Bückeburger Maestro und letzte Fürstlich-Schaumburg-Lippische Hofkapellmeister wurde 1855 in Graz geboren und hatte schon bald den Ruf eines musikalischen Wunderkindes. Nach anfänglichem Privatunterricht in Geige und Klavier besuchte er das Konservatorium des Steyrischen Musikvereines. Mit 13 Jahren begann er sein Violinstudium, debütierte als 18-Jähriger in Leipzig in einem Gewandhauskonzert und erntete enthusiastischen Beifall für sein technisch ausgereiftes und musikalisch anregendes Spiel.
Mit dem Abschlussdiplom des Leipziger Konservatoriums, dem Mekka der Geiger, startete er als 18-Jähriger eine beeindruckende Karriere. Mit 33 Jahren wurde Sahla Hofkapellmeister in Bückeburg.