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Aus dem Landkreis Möglicher Wintereinbruch in Schaumburg kann für Probleme bei der Müllabfuhr sorgen
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Schaumburg: Möglicher Wintereinbruch bedroht Müllabfuhr im Landkreis

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13:39 04.02.2021
Auch die Müllabfuhr macht sich Sorgen um den möglichen Wintereinbruch.  Quelle: dpa
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Landkreis

Meteorologen warnen vor einer Extrem-Wetterlage, die auch Schaumburg treffen könnte. Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee, schwere Sturmböen und Eiseskälte bis minus 15 Grad sollen Norddeutschland die nächste Woche in einen Gefrierschrank verwandeln. Das zu erwartende Verkehrschaos könnte auch die Abfuhr der Abfälle - insbesondere der Leichtverpackungen - im Landkreis gravierend beeinträchtigen. Das Entsorgungsunternehmen bittet daher, die gelben Säcke nicht am Vorabend, sondern erst am Abfuhrtag bereitzustellen.

„Angesichts der massiven Unterwetterwarnung arbeiten wir aktuell an einem Notfallplan", teilt ein Sprecher der Firma Remondis am Donnerstag mit. "Daneben werden wir unsere Mitarbeiter aus Fürsorgepflicht anweisen, keine Gefahren einzugehen und im Extremfall sogar die Touren abzubrechen". Vereiste Fahrbahnen und mögliche Schneeverwehungen stellten ein unkalkulierbares Risiko für die Fahrer mit ihren schweren Müllfahrzeugen dar. 

Zugänge eisfrei halten

Angesichts der zu erwartenden Straßenglätte, die insbesondere in nicht gestreuten Bereichen ein sicheres Befahren mit Müllfahrzeugen erschwert, bittet auch die Abfallwirtschaft Schaumburg (aws)  um Beachtung der besonderen Umstände bei der Abfuhr. Insbesondere in nicht gestreuten Bereichen erschwere Straßenglätte ein sicheres Befahren mit den bis zu 26 Tonnen schweren Entsorgungsfahrzeugen. In diesen Fällen sei die Umsicht der Fahrer gefordert, da das Gewicht und die erforderliche Fahrweise - insbesondere häufiges Stoppen und Wiederanfahren - die Gefahr des Rutschens auf glattem Untergrund birgt. Die Entsorgungsfahrzeuge sind bei winterlichen Bedingungen deutlich länger unterwegs. Die aws bittet daher die Bürger, die Behälter nicht zu früh zurückzuholen und bei Glätte die Zugänge zu den Abfallbehältern und Wertstoffsäcken eisfrei zu halten.

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Feuchte Abfälle frieren fest

Bei Temperaturen unter der 0°C-Grenze neigen feuchte Abfälle in Biotonnen und Restabfallbehältern dazu, an den Wänden anzufrieren. Unter Umständen können die Behälter trotz mehrmaligem Anschlagen an die Fahrzeugwand nicht oder nur teilweise geleert werden. Es habe sich nicht bewährt, die Tonnen bei Minustemperaturen direkt aus frostfeien Räumen zur Abfuhr an die Straße zu stellen. Innerhalb kurzer Zeit friert auch in diesen Behältern der feuchte Inhalt fest.

Als vorbeugende Maßnahme empfiehlt die aws, den Inhalt der Tonnen am Vorabend der Leerung mit dem Spaten von den Tonnenwänden zu lösen. Feuchte Restabfälle wie beispielsweise Windeln frieren nicht an der Tonnenwand fest, wenn Sie in Kunststoffsäcken verpackt in den Behälter gegeben werden. In den Biotonnen sind Plastikbeutel und kompostierbare Folienbeutel nicht zugelassen.

Gelbe Säcke erst am Abfuhrtag raus

Die Gesundheit unserer Mitarbeiter sowie der Passanten hat höchste Priorität“, erklärt Dieter Opara, Niederlassungsleiter von Remondis. Er bittet die Bürgerinnen und Bürger darum, die gelben Säcke nicht am Vorabend, sondern erst am Abfuhrtag pünktlich bis 7 Uhr bereitzustellen und den widrigen Wetterbedingungen entsprechend zu sichern. „Die Säcke sind relativ leicht und bieten dem Wind eine breite Angriffsfläche, so dass Sturmböen sie erfassen und durch die Straßen und über die Felder verstreuen können“, sagt Opara und weist darauf hin, dass die Verkehrssicherungspflicht für die herausgestellten LVP-Säcke bei den Bürgerinnen und Bürgern liegt. Hinzu kommt, dass heftige Schneefälle die gelben Säcke bedecken können, so dass die Abfuhrteams eventuell nicht in der Lage sind, sie auszumachen.

„Wir werden alles daransetzen, die Leichtverpackungen wie gewohnt abzufahren. Für mögliche Verzögerungen bitten wir die Bevölkerung schon jetzt um Verständnis. Gelbe Säcke, die aus welchen Gründen auch immer, nicht abgefahren werden, müssen dann bis zum nächsten regulären Abfuhrtermin wieder hereingeholt werden“, sagt Opara und betont: „Angesichts der Tatsache, dass der Extremwinter die ganze folgende Woche anhalten soll, können wir die Touren leider nicht nachfahren.“

Auch die aws bittet um Verständnis, wenn bei schwierigen winterlichen Verhältnissen die Abfuhr nicht in der sonst üblichen Weise stattfinden kann. Auf der aws-Internetseite www.aws-shg.de und in der aws-App werden unter "Aktuelles" kurzfristig Informationen zu witterungsbedingten Änderungen der Abfuhr eingestellt.

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odt