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Aus dem Landkreis Bangen um Zukunft: Schaumburger Bauern protestieren am Mahnfeuer
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Bangen um Zukunft: Schaumburger Bauern protestieren am Mahnfeuer
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22:35 13.12.2019
Die Bauern in Schaumburg bangen um ihre Zukunft. Quelle: Roger Grabowski
Landkreis

Bei dem Mahnfeuer sprach unter anderem Landrat Jörg Farr. Viele Bauern sähen „durch die aktuelle Agrarpolitik keine Zukunft mehr für ihre Betriebe, sie bangten um ihre Zukunft“, hieß es in dem Flugblatt, das zu Demo und Feuer rief. Die „steigende Aufgabenflut“ erdrücke den Berufsstand, war zu lesen. Eine der zentralen Forderungen lautete: „Naturschutz mit und nicht gegen uns Landwirten!“

Die Bürger seien auf eine „funktionierende Landwirtschaft“ angewiesen, die Bauern „wirtschaftlich betreiben“ können sollten, sagte Schaumburgs Landrat Farr in seinem Grußwort. Die Branche stehe unter Druck, auch weil Wirtschaft insgesamt auf Wachstum angelegt sei und deswegen immer mehr Fläche brauche. Man solle vielleicht mal darüber nachdenken, ob ständig steigendes Wachstum wirklich das Maß aller Dinge sei, meinte Farr.

Es sei auf der Suche nach Lösungen immer besser, miteinander ins Gespräch zu kommen, führte er weiter aus. Als Beispiel nannte Farr die gemeinsame Arbeit in Wasserschutzgebieten, die Belastung mit Nitrat sei dort über die Jahre gesunken.

Weitere Mahnfeuer in Schaumburg

Ohne sich direkt auf Landrat Farr zu beziehen, stellte Falk Hasemann die These an den Anfang seiner Rede, dass „die Politik den Bauern den Garaus machen“ wolle. Hasemann, Ackerbauer aus Wölpinghausen, zählt zu der Initiative „Land schafft Verbindung“, die seit Monaten in ganz Deutschland den Unmut von Bauern bündelt; zuletzt organisierte „Land schafft Verbindung“ eine Traktor-Sternfahrt nach Berlin. „Seit Jahren reduzieren wir den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“, erklärte Hasemann, „und jetzt sollen wir schuld am Insektensterben sein.“

Landwirte produzierten mit der Natur, und das solle auch noch Generationen so bleiben. Die Verbraucher forderte er auf, „an der Kasse Ja zu sagen zu Tierwohl und Regionalität bei der Produktion von Lebensmitteln“.

Die Besucher in Wendthagen haben eine Versammlung kämpferisch gestimmter Landwirte erlebt. Am besten zeigte sich das in dem Motto, das einer der Redner ausgab: „Wer Wolken fürchtet, taugt nicht zum Bauern.“

von Arne Boecker

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