Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Schütze muss Jagdschein abgeben
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Schütze muss Jagdschein abgeben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 06.01.2019
Symbobild Quelle: dpa
Anzeige
Landkreis

Wie berichtet, war am 15. Juli ein 31 Jahre alter Familienvater mit seinen drei Kindern auf einem Feldweg in Lauenhagen unterwegs, als er plötzlich einen Schlag gegen den Kopf spürte und zu Boden ging. Spätere Untersuchungen ergaben, dass den Jogger eine Kugel am Kopf gestriffen hatte. Es folgten umfängliche Ermittlungen der Polizei.

Ehrenamtliche Sondengänger fanden schließlich die Patrone im Feld. Dank der akribischen Arbeit von Landes- sowie Bundeskriminalamt konnte das Kaliber sowie die Waffe ermittelt werden. Diese wiederum konnten nach einer Hausdurchsuchung besagtem Schaumburger zugeordnet werden. Er hatte sich trotz diverser öffentlicher Aufrufe bis dahin nicht zu erkennen gegeben. Gegen den Schützen läuft nun ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Anzeige

Tatverdächtiger behält seine Waffen

Wie Kreissprecher Klaus Heimann mitteilt, muss der Schaumburger bis zum 20. Januar seinen Jagdschein abgeben. Die Waffenbesitzkarte ist mit „sofortiger Wirkung“ widerrufen worden. Dennoch hat der Tatverdächtige seine Waffen samt Munition noch zu Hause.

Immerhin könne der Schaumburger noch Rechtsmittel gegen den Beschluss einlegen, das Urteil also anfechten. Wie lange sich ein solches Verfahren hinzieht, ist unklar. Dennoch hat die Behörde entschieden, dass der Mann die Waffen nicht umgehend abgeben muss. Aus Sicht der Behörde gehe von dem erfahrenen Jäger keine Gefahr aus, also will der Landkreis keine Zwangsmittel einsetzen. Außerdem zeige sich der Mann „kooperativ“.

Verkaufen oder vernichten

Sollte der mutmaßliche Täter die Entscheidung des Landkreises akzeptieren, muss er alle Waffen samt Munition sowie der Waffenbesitzkarte abgeben. Die Waffen würden dann vernichtet, wie Heimann erläutert. Allerdings könnte der Jäger auch die Gegenstände verkaufen. In diesen Fällen müsse er einen Nachweis darüber erbringen.

Die Prüfung des Landkreises hatte sich über mehr als zwei Monate hingezogen. In dieser Zeit hatte der Tatverdächtige sogar noch eine Treibjagd veranstaltet – und das, obwohl polizeilich gegen ihn ermittelt wurde und auch die Eignung, Waffen zu besitzen, in der Prüfung bei der Verwaltung war. Ohne Jagdschein muss der Schaumburger übrigens seine Jagdpacht aufgeben. Von Verena Gehring