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Aus dem Landkreis Selfies verboten?
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Selfies verboten?
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12:15 26.05.2017
Im Bergbad Bückeburg gibt es bislang keine Beschwerden im Zusammenhang mit Selfies. Quelle: mak
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LANDKREIS

Wer kennt die Situation nicht: Jemand zückt die Handykamera für ein Selfie, die Menschen im Hintergrund werden gleich mitverewigt.

Das schmeckt längst nicht mehr allen und so ist das Knipsen von Selfies oder das Fotografieren generell in vielen Freibädern in Großstädten mittlerweile verboten. In Schaumburg sehen das die Bademeister nicht ganz so eng. Teilweise sind Aufnahmen anderer Badegäste, vor allem von Kindern zwar verboten, bei Selfies drücken manche Bäderbetriebe jedoch ein Auge zu.

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„Ein Selfie-Verbot wäre einfach nicht umsetzbar“, sagt Wolfgang Hein, Vorsitzender der Genossenschaft Sonnenbrinkbad Obernkirchen eG, auf Anfrage der Schaumburger Nachrichten. Generell herrscht im Sonnenbrinkbad jedoch ein Fotografierverbot, auf das die Besucher mit einem Aufkleber am Eingang hingewiesen werden. „Bekommen wir es mit, wie jemand zum Beispiel Kinder im Becken fotografieren will, gehen wir sofort dazwischen“, merkt Hein an. Denn in solchen Fällen geht es auch um die Persönlichkeitsrechte von Kindern, die gewahrt werden müssen.

Fingerspitzengefühl gefragt

Strenger sieht das Thema Reiner Wilharm, Geschäftsführer der Bückeburger Bäderbetriebe. „Wir haben ein grundsätzliches Fotografierverbot und auch Selfies sind Fotos.“ Trotzdem rät er seinen Mitarbeitern, in diesen Fällen mit Fingerspitzengefühl vorzugehen. „Wenn es wegen eines Fotos streit gibt, greifen meine Mitarbeiter natürlich ein. Wenn sich eine Gruppe bei einem Selfie ablichtet, und alle sind damit einverstanden, ist das noch etwas anderes“, sagt Wilharm.

Eine konkrete Regelung zum Thema Selfies gibt es in Bückeburg aber nicht. „Bisher gab es keine Beschwerden, die sich speziell gegen Selfies richten“, so der Geschäftsführer. An das generelle Fotografierverbot halten sich seinen Worten zufolge „eigentlich alle.“

Noch keinen Anlass für ein Fotografier- oder Selfieverbot im Freibad sieht Robert Gerber, Schwimmeister im Lindhorster Solabali. „Wir hatten damit noch gar keine Probleme“, sagt er. Seiner Meinung nach werde das Thema auch „zu doll aufgebauscht“. Wenn eine Mutter ihr Kind beim Sprung vom Turm fotografieren möchte, sei dagegen überhaupt nichts einzuwenden. Und sollten sich andere Badegäste durch Selfies oder das Fotografieren anderer Leute doch mal gestört fühlen, „dann werden wir das natürlich klären“, versichert der Schwimmmeister. mak, kil