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Aus dem Landkreis So lief der Parteitag des CDU-Kreisverbands Schaumburg in Riepen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis So lief der Parteitag des CDU-Kreisverbands Schaumburg in Riepen
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15:54 30.10.2019
Die Mitglieder der Schaumburger CDU stimmen auf ihrem Parteitag in Riepen über die Umlage von Ortsvereinen an den Kreisverband ab. Quelle: gus
Landkreis

Einen eher unspektakulären Parteitag hat der CDU-Kreisverband in Riepen erlebt. Doch langweilig war der Abend trotzdem nicht. Zwischen Bundes- und Lokalpolitik menschelte es hier und da sogar.

Vorsitzender Drewes: "Sprache finden, die Wähler erreicht"

Unglücklich zeigte sich der Kreisvorsitzende Klaus-Dieter Drewes mit den Ergebnissen der Europawahl und der Landtagswahl in Thüringen. Aufgabe der Christdemokraten sei es nun, eine Sprache zu finden, die die Wähler erreicht. Es müssten die richtigen Botschaften gesendet werden, aber es gehe auch um das Wie. Beispiel Landwirtschaft: „Wenn wir es nicht schaffen, deutlich zu machen, dass wir hinter den Landwirten stehen, dann machen wir irgendwas falsch“, sagte Drewes.

Beim Thema Frauenquote blieb er im Zwiespalt. Er sei immer dafür, kompetente Frauen in die entsprechenden Positionen zu bringen, aber der Kreisverband dürfe sich nicht verzetteln. Die Zahl der weiblichen Mitglieder sei relativ klein. Im geschäftsführenden Kreisvorstand der CDU sitzt mit der stellvertretenden Vorsitzenden Monika Insinger derzeit nur eine Frau.

Zum Weiterlesen: „Brauchen die gleichen Chancen“ – Barley will Frauenquote auf Wahllisten

Geschäftsstellen-Miete: Höhere Umlage für Ortsvereine

Laut Schatzmeister Gunter Feuerbach ist die Schaumburger CDU krisenfest. Das Guthaben reiche aus, um in 2020 bis zu drei Wahlkämpfe zu bestreiten. Trotzdem stellte der Vorstand einen Antrag zur Abstimmung, wonach die Ortsvereine mehr Umlage an den Kreisverband abführen sollen. Dem folgte die Versammlung nach kontroverser Diskussion in leicht modifizierter Fassung. Hintergrund: Früher hatte der Europaabgeordnete Burkhard Balz die Miete für die Geschäftsstelle bezahlt, weil er dort sein Büro hatte. Seit dessen Weggang in den Vorstand der Bundesbank fällt diese Zahlung weg.

Beermann: Maß in Klimadebatte, Abschussoption für Wolf

Bundestagsmitglied Maik Beermann äußerte sich zur Frage nach einer Urwahl des oder der Kanzlerkandidatin indirekt: „Wenn man den Richtigen aufstellt, brauchen wir keine Urwahl.“ Er bat um Verständnis, dass er nach der Trennung von seiner Frau vor einem Jahr nicht immer „die gewohnte Termintreue“ gezeigt habe. Aber er werde sich weiter vor Ort bei wichtigen Themen wie zum Beispiel Landwirtschaft einbringen. Dafür gab es Applaus. Zur möglichen ICE-Trasse sagte Beermann, dass aktuell noch keine Variante beschlossen ist.

Auch das Thema Wolf sei eines, bei dem die Politik Antworten liefern muss. Er forderte eine Abschuss-Option. In der Klimadebatte sah Beermann zu viel Schwarzweiß-Malerei, es fehle oft das rechte Maß. „Umbau der Energieerzeugung ja – aber nicht um jeden Preis“, sagte der Nienburger. Bündnisse der CDU mit der Linken lehnte er ebenso ab wie solche mit der AfD.

Kreisverbands-Organisator Müller verabschiedet

Verabschiedet wurde Benjamin Müller, der sich in den vergangenen Jahren als Organisator für den Kreisverband und für Beermann verdient gemacht hatte. Müller tritt einen Job bei der Deutschen Bahn an. Nenndorfs Samtgemeindebürgermeister, Mike Schmidt, gab ihm scherzhaft mit auf den Weg, doch bitte die ICE-Trasse durch Schaumburg zu verhindern.

Müllers Aufgaben in der Kreisgeschäftsstelle übernahm in diesem Jahr Nicole Bruns aus Lauenau. Ebenfalls neu ist dort Nicole Cordes. Die CDU hat sich Drewes zufolge Gedanken darüber gemacht, ob die CDU eine Geschäftsstelle braucht. Doch der Entschluss, den Standort an der Obernstraße in Stadthagen beizubehalten, fiel letztlich mit großer Mehrheit aus. Von Guido Scholl