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Aus dem Landkreis Südlink: Schaumburg bleibt verschont
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Südlink: Schaumburg bleibt verschont
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22:55 21.02.2019
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Symbolbild Quelle: dpa
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Berlin/Landkreis

Der Verlauf der Stromtrasse Südlink wird konkreter und soll in Niedersachsen westlich an Hannover, Hildesheim und Göttingen vorbeiführen. Den Landkreis Schaumburg durchquert die Trasse nicht – sie führt aber durch die Deister-Region nahe Springe. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW wollen diesen Vorschlag in den kommenden Wochen bei der Bundesnetzagentur einreichen. Ein alternativer Korridor für das Erdkabel würde noch weiter östlich verlaufen.
Nach den Vorstellungen der Betreiber führt die Trasse von Schleswig-Holstein durch Niedersachsen – mit 315 Kilometern bekommt Niedersachsen den längsten Teil – über Nordhessen und Südthüringen nach Bayern und Baden-Württemberg. Die 700 Kilometer lange Gleichstromtrasse, die als Hauptschlagader der Energiewende gilt, soll Windstrom vom Norden in die Industriezentren im Süden bringen. Es gibt dabei die gesetzliche Vorgabe, Erdkabeln den Vorrang vor Freileitungen zu geben.

Für den Vorrang von Erdkabeln hatten sich zahlreiche Kommunen und Bürgerinitiativen seit Jahren starkgemacht. Politische Bündnispartner vom hohen Norden bis nach Bayern hatten sich unter Führung des Landkreises Hameln-Pyrmont bereits im Jahr 2014 auf eine sieben Punkte umfassende „Hamelner Erklärung“ geeinigt, darunter auch Schaumburg. Darin hieß es unter anderem: „Vorrangig Erdverkabelung – nur in Ausnahmefällen Strommasten.“
„Es ist gut für die Akzeptanz, dass die Trasse jetzt im Gegensatz zu vorher überwiegend unterirdisch verlaufen soll“, sagt denn auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) zu den Plänen.

Landwirte stören sich an geplanten Entschädigungen

In Niedersachsen ist aber nicht nur der Verlauf der Trasse umstritten. Vor allem Landwirte stören sich an den geplanten Entschädigungen. Aus Sicht des Landesbauernverbandes ergeben sich für die Betroffenen kaum absehbare Folgen für die Ertragsfähigkeit der Böden. „Dieser dauerhafte Nachteil muss adäquat ausgeglichen werden, wir fordern daher wiederkehrende Entschädigungszahlungen“, sagt der Vizepräsident des Landvolkes, Holger Hennies.

In den kommenden Wochen wollen die Unternehmen Bürger vor Ort über die Hintergründe der Streckenauswahl informieren, kündigte Christoph Schulze-Wischeler an, der bei Tennet für den Netzausbau zuständig ist.
Die Planungen sollen bis 2021 abgeschlossen werden. Gebaut werden soll der Südlink dann bis bis zum Jahr 2025.

Von Thomas Thimm und Christian Brahmann