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Aus dem Landkreis Taubstumm: Sandra R. (29) würde so gerne wieder ihre Kinder hören
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Taubstumm: Sandra R. (29) würde so gerne wieder ihre Kinder hören
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11:57 18.12.2019
Sandra R. aus Schaumburg ist taubstumm und deshalb auf ein gut funktionierendes Hörgerät angewiesen. Doch eine Neuanschaffung sprengt das kleine Budget der Familie.
Sandra R. aus Schaumburg ist taubstumm und deshalb auf ein gut funktionierendes Hörgerät angewiesen. Doch eine Neuanschaffung sprengt das kleine Budget der Familie. Quelle: Roger Grabowski
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Der sehnlichste Wunsch von Sandra R. ist es, ein neues, besseres Hörgerät zu erhalten: „Ich wäre so glücklich, wenn ich das bekommen könnte.“ Seit ihrer Kindheit ist die 29-Jährige taubstumm, sie verfügt lediglich über ein geringes Resthörvermögen.

Trotz Behinderung das alleinige Sorgerecht

Gleichwohl kümmert sich die alleinerziehende Mutter um ihre zwei Kinder im Alter von sechs und acht Jahren. Für diese hat sie ungeachtet ihrer Behinderung seit zwei Jahren das alleinige Sorgerecht. Mit ihren Kleinen verständigt sich die junge Frau überwiegend in der Gebärdensprache.

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Das war ein ganz neues, bislang völlig unbekanntes Hörerlebnis für mich.

Sandra R.

Das jetzige Hörgerät von Sandra  R. ist schon alt und verbraucht. „Es ist da kaum noch etwas rauszuholen“, signalisiert die Frau der Gebärden-Dolmetscherin, die das Gespräch mit dem Reporter übersetzt. Das Gerät habe kaum noch eine Funktion.

Plötzlich die Stimmen der Kinder gehört

Vor einigen Wochen hat Sandra  R. nach einem erneuten Check beim HNO-Arzt neue Hörgeräte ausprobiert, eines davon half für ihre spezifischen Bedürfnisse sehr gut und sie durfte es zwei Wochen lang testen: „Das war ein ganz neues, bislang völlig unbekanntes Hörerlebnis für mich.“ Sie habe plötzlich die Stimmen ihrer Kinder besser wahrgenommen, manches mit Unterstützung von Lippenlesen sogar verstanden.

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„Selbst wenn nachts nebenan eines der Kinder plötzlich weinte, habe ich das gehört.“ Seitdem hat Sandra R. den Wunsch, dieses Hörgerät zu bekommen. „Es wäre so wichtig für mich, weil ich dann noch besser für meine Kinder da sein könnte.“

Für ein gutes Hörgerät reicht das Geld nicht aus

Das Problem: Das Hörgerät kostet 4347 Euro, davon zahlt die Krankenkasse aber nur 1800  Euro. Wie sie den Rest aufbringen soll, weiß die junge Mutter nicht. Die dreiköpfige Familie lebt in einer Stadt in Schaumburg von Hartz IV, Kindergeld und Unterhaltsvorschuss. Gehörlosengeld gibt es in Niedersachsen im Unterschied zu anderen Bundesländern nicht.

Die Konten der SN-Weihnachtshilfe

Wenn Sie bedürftige Menschen im Landkreis Schaumburg zur Weihnachtszeit unterstützen wollen, können Sie eine Spende auf eines der Konten der „Aktion Weihnachtshilfe“ überweisen:

  • Sparkasse Schaumburg, IBAN DE17 2555 1480 0470 0044 66.
  • Volksbank Hameln-Stadthagen: IBAN DE92 2546 2160 0024 7006 00.
  • Volksbank in Schaumburg: IBAN DE97 2559 1413 7306 6630 00.

Dazu jobbt Sandra R., die nach dem Besuch der Gehörlosenschule keine Ausbildung machen konnte, per Mini-Job in einem Nagelstudio. „Das macht mir Spaß, ich will auf jeden Fall arbeiten“, sagt sie mit Nachdruck. Auch dabei, im Arbeitsleben besser zurechtzukommen, würde ihr das leistungsfähige Hörgerät sehr helfen.

„Manches Mal steht man einfach wie dumm da und empfindet es als sehr peinlich, wenn man Dinge nicht zumindest ausreichend mitbekommt“, schildert die Frau ihre schwierige Lebenslage.

Einen Teil des Geräts will Sandra R. unbedingt selbst zahlen

Mit den Einkünften in Höhe von 1640 Euro kommt die Familie gerade so zurecht. „Ich achte immer auf Rabatte und Preisnachlässe, kaufe nur billig ein“, sagt Sandra R. Für Kleidung dienen in der Regel die Kleiderkammer und Basare. Für Außergewöhnliches ist keinerlei finanzieller Puffer da – wie eben für das Hörgerät.

Das Hörgerät würde es ihr ermöglichen, ganz anders mit ihren Kindern zusammenzuleben.

Sozialpädagogin von Sandra R.

„Ein Zuschuss aus der Weihnachtshilfe würde Sandra R. riesig helfen“, betont die Sozialpädagogin der die Familie betreuenden Wohlfahrtsorganisation. „Es müsste noch nicht einmal die komplette Differenzsumme zur Krankenkassen-Zahlung sein, einen gewissen, wenn auch nur kleinen Anteil möchte Sandra R. unbedingt selbst übernehmen.“

Die Sozialexpertin bestätigt abschließend, wie sehr das neue Hörgerät die Lebensqualität der jungen Frau verbessern würde: „Das wäre für sie unheimlich beglückend und würde ihr ermöglichen, ganz anders mit ihren Kindern zusammenzuleben.“ von Stefan Rothe

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